KLEINENKNETEN - Begeistert essen 20 Kinder ihre Pommes, vor ihnen stehen Tüten mit Weihnachtssüßigkeiten. Das Essen und die Knabbereien sind ein Dankeschön dafür, dass sie den Tannenbaum im Saal der Gaststätte Schönherr in Düngstrup mit selbst gebasteltem Weihnachtsschmuck verziert haben. An der Eingangstür des Spielkreises Kleinenkneten hängt zur selben Zeit ein Zettel. Darauf werden die Eltern gebeten, ihren Nachwuchs in Düng­strup abzuholen, und zwar um zwölf Uhr.

Doch um Punkt zwölf die Kleinen abzuholen ist für berufstätige Eltern oft schwierig – wie es nicht immer einfach ist, die Kinder um acht Uhr in den Kindergarten zu bringen. Schließlich fangen viele dann zu arbeiten an. Deswegen fordern viele Eltern, dass die Öffnungszeiten ausgeweitet werden. Die Chancen dafür stehen mittlerweile gut. In einer Änderungsliste der Verwaltung zum Haushaltsplan 2012 sind auch 20 000 Euro für eine Verbesserung der Betreuungszeiten in Kleinenkneten zu finden. Das wurde möglich, weil der Rat das Investitionsvolumen, unter anderem für das Kurbad, deutlich gesenkt hat. Eine Weichenstellung will der Ausschuss für Finanzen, Controlling und Wirtschaft in seiner Sitzung am 15. Dezember vornehmen. Ziel der Politik ist es, die Öffnungszeiten von montags bis donnerstags von acht bis zwölf Uhr auf montags bis freitags von 7.30 bis 12.30 Uhr zu verlängern.

Dafür sieht Stefan Brors (CDU), Vorsitzender des Ausschusses für Ordnung, Soziales und Familie, eine Mehrheit im Rat. Er glaubt, dass das Geld tatsächlich für den Spielkreis bereitgestellt werden wird. Wann die Öffnungszeiten dann aber ausgeweitet werden können, kann Brors noch nicht sagen. „Wir sollten einen Schritt nach dem anderen machen“, meint er. Erst müsse der Vorschlag in den Haushalt aufgenommen werden. Dann folgt die Genehmigung durch die Kommunalaufsicht und die Umsetzung.

Auch die Elternvertreterin Sonja Reineberg hofft, dass der Spielkreis bald die zusätzlichen Personalmittel bekommt: „Unsere Sorge ist, dass der Kindergarten ganz eingestellt wird, wenn es diese Gelder jetzt nicht gibt.“ Bis zum April 2013 müsse eine neue Erzieherin eingestellt werde. Dann tritt die Leiterin der Einrichtung, Ingeborg Duesmann, die passive Phase ihrer Altersteilzeit an.

Auch wenn das Geld in den Haushalt eingestellt wird, bedeutet das noch nicht, dass sofort die Öffnungszeiten verlängert werden. Die Personalsuche gilt als nicht einfach. Duesmann und ihre einzige Kollegin Cäcilie Debbeler erzählen auf Schönherrs Saal, dass sie die Forderung der Eltern nach längeren Öffnungszeiten gut verstehen. Sie beide wollten ihre Stundenzahl aber nicht erweitern. Eine neue Mitarbeiterin müsse eingestellt werden. Nach Auskunft der Stadtverwaltung verlief die Suche nach einer weiteren Erzieherin zuletzt erfolglos.