KLEINENSIEL - KLEINENSIEL - Den 20. Jahrestag der Atomreaktorkatastrophe von Tschernobyl (26. April) nutzten rund 70 engagierte Kernkraftgegner zu einem friedlichen Multi-Aktionstag am Sonnabendnachmittag vor dem Eingangstor des Kernkraftwerkes Unterweser. Dazu aufgerufen hatten die Umweltschutzorganisation Robin Wood, die Bürgerinitiative „Aktion Z“, der Kreisverband Bündnis 90/Die Grünen und der Landvolkverein Rodenkirchen/Golzwarden/Esenshamm.
Die Atomkraft sei eine Risikotechnologie, sagte „Aktion Z“-Sprecher Jürgen Janssen. Die Wahrscheinlichkeit, dass es in Europa innerhalb der nächsten 40 Jahre zu einem Super-Gau komme, liege bei 16, weltweit sogar bei 40 Prozent. Zudem halte auch der Sachverständigenrat für Umweltfragen der Bundesregierung ein absolut sicheres Endlager für ausgeschlossen, so Jürgen Janssen.
Auf die geringe Entfernung Tschernobyls von nur 1750 Kilometern wies die Grüne-Kreisvorstandssprecherin Elke Kuik-Janssen hin. Die strahlenden Wolken von Tschernobyl überwanden die scheinbar große Entfernung mühelos und wurden auch in der Wesermarsch registriert.. „Wir hier am AKW-Standort Kleinensiel tragen Verantwortung auch für die Menschen in den Ländern in einem weiten Radius um uns herum, damit sie nicht durch uns den Risiken der Verstrahlung ausgesetzt werden", sagte Kuik-Janssen und wies auf bereits vorhandene Alternativen zu Atomstrom hin.
Am KKU-Eingangstor waren Spruchbänder aufgehängt worden. Es wurden Anti-Atomkraft-Lieder gesungen und bei einer Ballonaktion gelbe und schwarze Luftballons in den wolkenverhangenen Himmel geschickt. Ein Plakat listete eine lange Reihe von Reaktorabschaltungen und Vorkommnissen im KKU auf. Erneut waren bei der angemeldeten Kundgebung deutlich mehr Polizisten als Demonstranten vor Ort.
