KLEINENSIEL - Welche weiteren Arbeiten zum Schutz des Zwischenlagers beim Kernkraftwerk Unterweser (KKU) vor terroristischen Angriffen geplant sind, möchte die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen im niedersächsischen Landtag unter anderem von der Landesregierung erfahren. Die Abgeordneten Ina Korter, Stefan Wenzel, Miriam Staudte und Ursula Helmhold reichten daher eine kleine Anfrage mit insgesamt 20 Punkten ein.
Bund-Länder-Kommission
Eine Bund-Länder-Kommission, die sich in Zusammenarbeit mit der Polizei mit dem Schutz von Atomanlagen vor terroristischen Angriffen befasst, hatte Ende 2010/2011 zwei neue Bedrohungsszenarien in Betracht gezogen. Daraufhin waren nach Auskunft der Grünen sämtliche Zwischenlager überprüft worden mit dem Ergebnis, dass an einigen Standorten die Sicherheit optimiert werden müsste. Das Zwischenlager beim Kernkraftwerk Gundremmingen in Bayern soll nun mit einer zehn Meter hohen und fast einen Meter dicken Stahlbetonmauer umgeben werden. Und auch die Standort-Zwischenlager in Kleinensiel, Grohnde und Lingen sowie das Castorlager in Gorleben müssten nachgerüstet und besser gesichert werden, hieß es seitens des niedersächsischen Umweltministeriums.
Diese neuen Erkenntnisse werfen bei den Grünen Fragen auch hinsichtlich des Zwischenlagers in Kleinensiel auf. Wann die Arbeiten beginnen sollen, welche Anträge der Betreiber gestellt hat und ab wann mit der vollständigen Umsetzung zu rechnen sei, wollen die Grünen wissen. Ihnen stellt sich auch die Frage, wie die künftige Mauer um das Zwischenlager in Kleinensiel beschaffen sein wird. Die zu erwartenden Kosten und wer sie trägt, möchten die Grünen um ihren Fraktionsvorsitzenden Stefan Wenzel gleichfalls erfahren.
Weitere Optimierung
Die weiterführende Optimierung der Sicherheitsmaßnahmen ist auch ein Anlass für Spekulationen. „Zielt die Verstärkung der Sicherheitsstandards darauf ab, die genannten Zwischenlager über den genehmigten Zeitraum von maximal 40 Jahren hinaus zu einem vorläufigen Endlager oder oberirdischen Zwischenlager auf unbestimmte Zeit auszubauen?“ fragen sich die vier Angeordneten.
