Viele Beschäftigte unterzeichnete eine Resolution, in der sie ihr Bestürzen zum Ausdruck brachten. Betriebsrat und "Verdi" sehen die Existenz der Klinik bedroht.

Von Norbert Hartfil

NORDENHAM - Viele Mitarbeiter der Wesermarsch-Klinik haben ihren Unmut über die Beschlüsse des Kreisausschuses und der Gesellschafterversammlung zum Ausdruck gebracht. Sie unterzeichneten am Donnerstag auf einer Betriebsversammlung eine entsprechende Resolution. Nach Auskunft des Betriebsrates und der Gewerkschaft "Verdi" gefährdet die Führungslosigkeit die Existenz des Krankenhauses, das sich mitten in einem Sanierungsprozess befindet.

Auf Beschluss des Kreisausschuses hatte die Gesellschafterversammlung die sofortige Ablösung des stellvertretenden Klinikchefs Rudi Schulenberg. Gleichzeitig hatte Klinikleiter Rudolf Mintrop um Ablösung gebeten (die NWZ berichtete).

"Verdi"-Sekretärin Jannette Scheele hält es für veranrwortungslos, dass derartige entsdheidungen getroffen werden, ohne ein Konzept für die weitere Vrogehensweise zu haben. Ein solches Konzept gebe es aber nicht, wie Aufsichtsratsvorsitzender Ernst Tannen während der Betriebsversammlung bestätigte.

Kritik äußerte die "Verdi"-Sekretärin auch in Bezug auf die Begründung für Schulenbergs Beurlaubung. Sie forderte, dass der Landkreis als Verursacher der Misere auch did Folgekosten aufbringen muss, die utner anderen durch Abfindungszahlungen entstehen. Der Klinik dürften diese Ausgaben nicht aufgebürdet werden.

Als "menschlich absolut daneben" beurteilte Betriebsratsvorsitzender Wilfried Scherer die Art und Weise, wie die Entlassung des stellvertretenden Geschäftsführers vonstatten gegangen sei. Verständnis zeigten der Betriebsrat für die Entscheidung des Klinik-Geschäftsführers Rudolf Mintrop. Ihm sei die Grundlage für eine erfolgreiche Arbeit weggerissen worden.

Ausführliche Berichte zu den Entwicklungen in der Wesermarsch-Klinik lesen Sie in der Freitagausgabe der NWZ.