Was war das für ein Aufschrei. Kaum aus dem Amt geschieden, zog sich Gerhard Schröder völlig aus der Politik zurück, um eine lukrative Aufgabe bei einem deutsch-russischen Energiekonsortium anzutreten. „Geschmäckle“ war da noch die zurückhaltendste Kritik. Auch wenn Roland Koch jetzt eine kleine Kunstpause einlegt, sein Wechsel an die Spitze des zweitgrößten deutschen Baukonzerns Bilfinger Berger wirft ebenfalls Fragen auf.
Natürlich ist grundsätzlich nichts gegen einen Seitenwechsel, einen Austausch zwischen Politik und Wirtschaft, einzuwenden. Kochs künftiger Arbeitgeber ist jedoch an nicht wenigen Bau- und Dienstleistungsprojekten in Hessen beteiligt. So war der Millionen-Bau der neuen Startbahn des Frankfurter Flughafens eines von Kochs Lieblingsprojekten. Von Bangemann über Schröder bis Koch – die Politik braucht endlich einen klaren Kodex und klare Regeln, wenn es um den Wechsel in die Wirtschaft geht. Sonst wird der Vertrauensverlust noch größer.
