KöLN - Not macht erfinderisch. Das klamme Köln hat deshalb schon manche Abgabe erfunden, zuletzt die Bettensteuer für Übernachtungen. Aber eine Schlangensteuer fürs Warten – das ging nun doch etwas zu weit.

Nachdem schon alles bis ins Detail eingetütet war, meldete sich am Donnerstag Oberbürgermeister Jürgen Roters (SPD) aus dem Urlaub und kippte das Ganze. „Er war kurz und deutlich“, so Stadtsprecherin Inge Schürmann. „In Köln wird auch künftig keiner fürs Warten in einer Warteschlange zahlen“, stellte Roters klar.

Die Schlangen-Steuer hieß vornehmer „Sondernutzungsgebühr für öffentliche Räume“. Der Hintergrund: Vor allem an den Wochenenden bilden sich vor manchen Bars, Clubs und Diskotheken lange Schlangen auf dem Gehweg. „Die Leute stehen da dann in Trauben, so dass man kaum noch durchkommt“, erläuterte Stadtsprecherin Schürmann. Das gelte besonders für die Kölner Ringe. Manchmal komme es sogar zu Schlägereien. Es sei nicht gerecht, wenn dies einfach so erlaubt sei, andere aber zahlen müssten, wenn sie zum Beispiel Tische und Stühle rausstellten.

Jetzt die Wende: „Fürs Warten wird es keinen Gebührentatbestand geben“, sagte Schürmann.