Kirchhatten - Ganz harmonisch war die Runde, die jetzt im Rathaus in Kirchhatten zusammenkam, trotz der Anwesenheit gleich mehrerer Schiedsleute. Bürgermeisterin Elke Szepanski, die stellvertretenden Amtsleiterin Silke Judwerschat, der stellvertretende Bürgermeister Manfred Huck und Schiedsmann Gunter Bergen waren gekommen, um Anke Reil als stellvertretende Schiedsfrau in der Gemeinde zu verabschieden und ihre Nachfolgerin Kirsten Kolbe-Michaelis zu begrüßen. Gemeinsam warfen sie auch einen Blick auf die Aufgaben von Schiedspersonen.
„Am häufigsten haben wir es mit Nachbarschaftsstreitereien zu tun“, sagt Gunther Bergen (66). Dabei kann es um Beleidigungen, Uneinigkeit über die Höhe der Hecke am Grundstück, aber auch um Sachbeschädigung und Körperverletzung gehen.
Die streitenden Parteien können sich entweder direkt an die Schiedsleute wenden, oder die Gemeinde vermittelt den Kontakt. Damit soll die Überlastung der Gerichte verhindert werden.
19 Fälle hat Gunther Bergen in diesem Jahr bereits besprochen, zwei davon sind noch nicht abgeschlossen. Seine Erfolgsquote ist gut: Lediglich in zwei Fällen sind die Parteien zu keiner Einigung gekommen.
„Es hängt auch viel von den Leuten ab. Sie müssen ihren Konflikt auch lösen wollen“, weiß Anke Reil. Zehn Jahre lang hat die 56-Jährige ehrenamtlich in Streitfällen vermittelt, viel Zeit in das Ehrenamt investiert. Nun möchte sie kürzer treten und hat sich deshalb nicht wieder für das Amt der stellvertretenden Schiedsfrau zur Verfügung gestellt. Bürgermeisterin Elke Szepanski lobte ihren Einsatz: „Sie hat über die Jahre die Schiedspersonen nicht nur in Abwesenheit vertreten, sondern sich vielmehr das Amt mit ihnen geteilt.“
Mit Kirsten Kolbe-Michaelis hat der Rat der Gemeinde Hatten nun eine Nachfolgerin gefunden. Die 44-Jährige wurde bereits vom Amtsgericht vereidigt und wird demnächst den Einführungslehrgang für das Schiedsamt besuchen. Danach wird sie Gunther Bergen bei der Schlichtung von Streitfällen unterstützen.
