Löningen - Die Kolpingfamilien im Bezirksverband Löningen werden sich aktiv an der Hilfe für Flüchtlinge beteiligen. Diesen Beschluss fassten die Vertreter von sechs Vereinen während der Wallfahrt der Kolpingfamilien aus dem Dekanat Löningen nach Bethen.

Zu Beginn begrüßte der Bezirksvorsitzende Rudi Brinkmann (Lastrup) zahlreiche Mitglieder, die mit Fahnen und Bannern von der Jugendburg Heilig Kreuz aus durch den Bether Esch zum Wallfahrtsort pilgerten. „Wir sind auf dem Weg“, lautete das Thema, das auch im Mittelpunkt von Meditationen und Impulsfragen stand, die von Albert Böckmann (Bunnen) moderiert und während des anschließenden Gottesdienstes aktualisiert wurden.

In der Predigt ging Pfarrer Günter Mleziva auf die Flüchtlingsfrage ein und forderte unmissverständlich zu aktiver Nächstenliebe auf. Pflicht eines jeden Christen sei es, an der Lösung der Aufgaben bei der Unterbringung und Integration der Menschen mitzuarbeiten, die ihre Heimat wegen Krieg und Terror hätten verlassen müssen. „Wir haben uns guter Dinge und freiwillig auf den Wallfahrtsweg gemacht, mit dem Ziel der Stärkung unseres Glaubens vor Augen. Jene Menschen aber, die aus ihrer Heimat haben flüchten müssen, wissen nicht wohin ihr Weg führt“, griff der Geistliche den Leitsatz der Wallfahrt auf und appellierte ans Gewissen.

„Wenn wir als Christen unser Herz vor der Not unserer Mitmenschen verschließen, versündigen wir uns vor uns selbst und vor Gott“, sagte Mleziva und empfahl, sich einmal in die Lage der von Not und Ängsten geplagten Flüchtlinge zu versetzen. „Kinder, die nicht wissen, ob ihre Eltern noch leben, und Erwachsene, die verzweifelt nach einer Zukunft suchen, sollten uns wach rütteln.“ Weltpolitik beginne im eigenen Umfeld und hier biete sich für jeden Christen ein breites Betätigungsfeld zur Hilfe an. „Wir müssen den Ankömmlingen die Gewissheit vermitteln, dass sie uns willkommen sind und dass wir bereit sind, ihnen zur Seite zu stehen“, forderte Mleziva.

Dass die Mitglieder der Kolpingfamilien im Bezirksverband Löningen dazu bereit sind, bewiesen sie auf eine erfreuliche Art und ließen es nicht auf Worte bewenden, sondern gleich Taten folgen. Spontan beschloss man, die sehr beachtliche Kollekte nicht wie üblich für das vom Kolping-Landesverband unterstütze Projekt in Indien, sondern für die Flüchtlingshilfe zu verwenden.

Darüber hinaus werden die einzelnen Vereine nach eigenem Ermessen Gelder aus der Gemeinschaftskasse für diesen Zweck spenden. Diese Beträge sollen ausschließlich zur Hilfe für Flüchtlinge im Dekanat Löningen verwendet werden.