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Oldenburg kann Marathon

23.10.2018

Autor dieses Beitrages ist
Mathias Freese. Der Sportredakteur nimmt regelmäßig an Läufen teil und startete in Oldenburg über die Zehn-Kilometer-Strecke.

Braucht Oldenburg einen Marathon? Das ist eine Frage, die in der Laufszene öfter mal diskutiert wird, sich aber nicht ganz eindeutig beantworten lässt. Am Sonntag wurde immerhin klar: Oldenburg steht ein Marathon sehr gut zu Gesicht. Aus mehreren Gründen.

Zum einen: die Rekord-Teilnehmerzahl von mehr als 5000 Menschen, die das Ziel in einer der verschiedenen Distanzen erreicht haben. Natürlich, auch der Citylauf, wie die Veranstaltung vor der Etablierung der 42,195-Kilometer-Strecke hieß, in der Innenstadt war schon ein großes Event – das aber in den letzten Jahren weiter gewachsen ist. In diesem Jahr waren erstmals sowohl Zehn-Kilometer-Lauf als auch Halbmarathon mit mehr als 1600 Startern restlos ausgebucht. Das zeigt: Laufen mobilisiert viele Menschen, sich zu bewegen und Sport zu treiben, und der Oldenburg Marathon trägt einen großen Teil dazu bei.

Beim Marathon über die 42,195 Kilometer schafften es fast 400 Teilnehmer ins Ziel. Auch das ist ein Bestwert für Oldenburg – und ein guter Wert. Diese Strecke laufen viele höchstens ein- oder zweimal im Jahr – wenn überhaupt, und Oldenburg muss sich im Oktober gegen große Konkurrenz-Marathons wie in Bremen, Köln, München und Frankfurt behaupten.

Zum Erfolg trug sicher die neue Strecke mit Start in Bad Zwischenahn bei. Der frühere Zwei-Runden-Kurs über 21,1 Kilometer durch die Stadt galt als nicht besonders attraktiv. Es war eine gute Entscheidung der Organisatoren, dieses Kapitel zu beenden. Zudem hat es sich gelohnt, im Vorjahr den Oldenburg Marathon ohne Marathon stattfinden zu lassen – und sich Gedanken über ein neues Konzept zu machen.

Eine Punkt-zu-Punkt-Strecke wie die von Bad Zwischenahn nach Oldenburg erfordert viel Planung und Vorbereitung. Sieger Jens Nerkamp lobte die Strecke als abwechslungsreich: „Von Cross bis Asphalt ist alles dabei, so sollten Longruns immer sein“, meinte der Garreler. Auch auf der Facebook-Seite des Marathons war nur Lob zu lesen, eine Läuferin bezeichnete die Strecke als „traumhaft“.

Da ist es fast schade, dass 2019 woanders gestartet wird. Der Oldenburg Marathon am 20. Oktober führt die Läufer dann von Wardenburg nach Oldenburg. Doch das Konzept ist vielversprechend: Jedes Jahr eine andere Strecke könnte neue, neugierige Läufer anlocken. 2020 ist Rastede als Startort im Gespräch.

Nichts ändern muss sich an der Stimmung auf dem seit 2017 neuen Zehn-Kilometer-Stadtkurs, den die Halbmarathon-Läufer zweimal absolvieren. Samba-Bands und DJs sorgen für musikalische Unterstützung, tausende Zuschauer treiben die Läufer mit Applaus, Zurufen und kreativen Schildern („Der vor dir sieht noch schlechter aus als du“) an. Auch hier tragen die Marathonis einen großen Teil zu bei, sie werden – zu Recht – am frenetischsten angefeuert. Noch am Sonntag bedankten sich die Organisatoren auf der Facebook-Seite bei allen Mitläufern dafür, aus der Veranstaltung ein tolles „Lauffest“ gemacht zu haben.

Vielleicht braucht Oldenburg nicht unbedingt einen Marathon. Aber bei so leidenschaftlichen Organisatoren, mehr als 500 freiwilligen Helfern sowie tausenden zufriedenen Läufern und Zuschauern muss man sagen: Oldenburg kann Marathon. Und das reicht völlig aus.


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