Mit dem zutiefst tragischen Fall der Koma-Patientin Terri Schiavo verbindet sich unendliches menschliches Leid. Wer fühlt nicht mit den verzweifelten Eltern und dem nicht minder betroffenen Ehemann? Schwer lastet die Verantwortung der Entscheidung auf den befassten Richtern. Kaum ein Schicksal hat die amerikanische Bevölkerung so mobilisiert wie Terri Schiavo.
Auch in Deutschland beginnt eine Diskussion über den letzten Willen von Schwerkranken. Zu Recht. Der jüngste Gesetzentwurf zu Patientenverfügungen wurde zurückgezogen. Doch diese Lücke muss dringend geschlossen werden wie die Tragödie in den USA beweist. Wie verbindlich kann der Wunsch eines Menschen sein, lebensrettende Maßnahmen bei tödlichen Krankheiten abzulehnen? Muss der Wunsch nach einem schnellen Tod statt eines langsamen Siechtums respektiert werden? Welche Maßstäbe sind bei nicht-tödlichen, aber schwersten Erkrankungen anzulegen? Wir dürfen diese Fragen nicht zur Seite schieben, sondern müssen gerade jetzt mit Antworten den Betroffenen helfen.
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