Hannover - Niedersachsen will einen Führerschein mit 16 prüfen, nachdem bereits das begleitete Fahren ab 17 in dem Bundesland vor seiner flächendeckenden Einführung erstmals getestet wurde. Verkehrsminister Olaf Lies (SPD) befürwortete am Donnerstag einen entsprechenden Vorschlag des niedersächsischen Fahrlehrerverbandes.

„Mir ist bekannt, dass viele Fachleute eine Ausweitung der Phase des begleiteten Fahrens von jetzt theoretisch einem Jahr auf dann zwei Jahre für sinnvoll halten.“ Das Unfallrisiko junger Leute habe sich durch das begleitete Fahren ab 17 nachweisbar verringert, auch die Zahl der Verkehrsverstöße sei gesunken. Deshalb könne er sich vorstellen, das Erfolgsprojekt auszuweiten, sagte Lies.

„Begleitetes Fahren ist die günstigste und effektivste Verkehrssicherheitsmaßnahme“, sagte der Vorsitzende des Fahrerlehrervebandes, Dieter Quentin, der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“. Das bisherige begleitete Fahren habe aber einen Haken. Viele junge Leute schöpften das volle Jahr wegen Abiturvorbereitungen gar nicht voll aus, sondern machten den Führerschein erst ein halbes oder ein Vierteljahr vor ihrem 18. Geburtstag. Der Führerschein mit 16 würde da mehr Spielraum geben.

Lies will das Thema nun mit Experten von Polizei, Verkehrswacht, ADAC, Versicherungswirtschaft und Fahrlehrerverband erörtern. Das Ergebnis könnte eine Bundesratsinitiative mit dem Ziel sein, das entsprechende EU-Gesetz zu ändern.