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Kommunalwahl Von Biogas bis zu Neubaugebieten

WARDENBURG - Rund 150 aufmerksame Bürger und kontroverse Themen wie Biogas, Schuldenstand und Gemeindeentwicklung haben die

NWZ

 -Podiumsdiskussion zur Kommunalwahl am Montagabend geprägt. Neben den Bürgermeisterkandidaten – siehe Bericht auf dieser Seite – stellten sich die Spitzenkandidaten von CDU, SPD, FDP, FWG und Grünen den Fragen der Bürger und von

NWZ

 -Redaktionsleiter Stefan Idel.

Mit Aussagen zu möglichen Mehrheitsgruppen im neuen Rat hielten sich alle Parteivertreter auffallend zurück. Eckhard Heinje (CDU) begründete lieber, warum seine Partei Bürgermeisterin Martina Noske unterstützt. „Weil sie vieles in der Gemeinde auf den Weg gebracht hat.“ Kora Heißenberg (FDP) ist dagegen überzeugt, dass ihr Parteifreund Frank Freese einen guten Bürgermeister abgibt. Eckhardt Hildebrandt (FWG) wollte zumindest loswerden, warum die Freie Wählergemeinschaft nicht die Bürgermeisterin präferiert: „Weil zu viele Informationen in der Verwaltung zurückgehalten werden.“ Detlef Sonnenberg (SPD) gab offen zu, dass bei der Suche nach einem SPD-Bürgermeisterkandidaten einige Kandidaten gegen die Amtsinhaberin nicht antreten wollten. Eine Wahlempfehlung der Genossen hält er für überflüssig: „Ich halte alle Bürger für klug genug, hier eine Wahl zu treffen“, so der Tungeler.

Die Flächen, die jetzt für den Maisanbau genutzt werden, bleiben langfristig auch, wenn in der Gemeinde keine weiteren Biogasanlagen genehmigt werden, betonte Johannes Hiltner (Grüne). Er plädiert für einen Dialog mit allen Seiten und sieht die konventionelle Landwirtschaft allein schon wegen einer erkennbaren Neuausrichtung der EU-Politik in der Pflicht, über neue Wege nachzudenken. Hildebrandt sprach in Zusammenhang mit Biogas-Investoren von „Moosmachern und Bankern“ und warnte vor südoldenburger Verhältnissen. Wardenburg brauche keine Investoren, die ihre Biogassubstrate nach Astrup bringen.

„Für unsere Region war das der falsche Beschluss“, räumte Heißenberg ein, dass sie sich vom Bundestag, einschließlich ihrer eigenen Fraktion, eine bessere Handhabe bei Biogasanlagen gewünscht hätte, der Leidensdruck sei in anderen Regionen aber geringer. Ähnlich äußerte sich auch Sonnenberg. Seine Partei habe die negativen Folgen u.a. für die Gemeindestraßen aber als erste thematisiert, erinnerte er. „Viele Bürger wollen keine weiteren Anlagen“, ist auch Heinje überzeugt, in jeder Partei gebe es allerdings Befürworter und Gegner, glaubt er.

„Wie sieht’s künftig mit den Bebauungsmöglichkeiten im Kernort Wardenburg aus?“ wollte sicher nicht nur Fragesteller Hugo Arians wissen. Altbausanierung sei in vielen Fällen für Familien viel zu teuer, fügte er hinzu. „Wir können nicht nur Neubaugebiete schaffen“, trat allerdings Sonnenberg als erster auf die Bremse. Es gebe viele Straßen in der Gemeinde Wardenburg, die in den 50er Jahren bebaut worden seien. Hier stehe jetzt ein Generationswechsel bevor. Der Staat sei gefordert, Anreize zu schaffen.

„Möglichkeiten für Neubauten im kleinen Umfang muss es in sämtlichen Ortsteilen geben“, forderte Heinje. Sie seien in der Regel deutlich günstiger als eine Altbausanierung . Einer weiteren großflächigen Bebauung erteilte Eckhardt Hildebrandt eine klare Absage. „So etwas wie die Stapelriede oder andere Bebauungen zur Hunte hin, kommt nicht in Frage“, prophezeite der Wardenburger.

Neubaugebiete auszuweisen, hält auch Hiltner für problematisch. Jeder Flächenverbrauch müsse genau bedacht werden. „Wir müssen im Innenbereich kleine Neubauflächen zulassen und intelligent steuern“, sagte der Grüne. Er wisse, dass es sich bei dem Wunsch nach einem eigenen Heim um ein wegen der Tradition „sensibles Thema“ handele. Für „sinnvolle und passende Baugebiete“ trat auch Heißenberg ein. Sie plädierte dafür, bestehende Dorfentwicklungs- und Bebauungspläne immer wieder auf den Prüfstand zu holen und mit den Erfordernissen der Gegenwart abzugleichen. Dies gelte beispielsweise für den Bereich am Reiherweg in Wardenburg.

„Wir sollen in Wardenburg keine Häuser und auch keine Biogasanlagen bauen. Was können wir überhaupt tun? fragte Michele Barone provokativ. Alle Parteivertreter versprachen, das Ehrenamt zu stärken sowie etwas für Jugend und Senioren tun zu wollen. Meinungsunterschiede bestehen beim Bau des Rathausplatzes, der zumindest der FDP zum jetzigen Zeitpunkt zu teuer ist.

„Der Platz wird ein tolles Ding und auch die Zweifler überzeugen“, zeigte sich CDU-Kandidat Eckhard Heinje optimistisch. Der große Marktplatz an der Huntestraße sei ein hässlicher Fleck und jedenfalls keine Alternative als Ortsmittelpunkt, war sich Johannes Hiltner sicher. Wardenburg tue gut daran, attraktiver zu werden, dies könne sogar bei Unternehmensansiedlungen den Ausschlag geben. Detlef Sonnenberg hält den Rathausplatz für die richtige Wahl. Er biete auch genügend Platz für einen Wochenmarkt, wenn dieser später mal wachse. Kora Heißenberg deutete an, dass für die Liberalen die Wahl des Ortsmittelpunkts noch offen ist. Denkbar sei als Alternative immer noch Gloysteins Hof.

Werner Fademrecht
Werner Fademrecht Redaktion Hatten
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