Osnabrück - Die Deutsche Krebshilfe warnt davor, dass Übergewicht bald das Rauchen als Krebsrisiko Nummer eins ablösen könnte. Das sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Nettekoven in einem Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.
Im Kampf gegen den Tabakkonsum zeichneten sich erste Erfolge ab. Anders sehe dies beim Thema Übergewicht aus. „Mehr als die Hälfte der erwachsenen Bundesbürger ist zu dick“, sagte Nettekoven. „Die Bedeutung von Übergewicht wurde viel zu lange als ein rein ästhetisches Problem wahrgenommen.“
Viele der Betroffenen wüssten nicht, dass bei ihnen das Krebsrisiko stark steige. „Bei verschiedenen Krebsarten weiß man, dass sie durch Übergewicht begünstigt werden.“ Dazu zählten Gebärmutterkörper-, Gallenblasen-, Speiseröhren-, Nieren-, Dickdarm-, Brust- und auch Bauchspeicheldrüsenkrebs.
Nettekoven warnte davor, dass bereits Kinder gefährdet seien. „In den letzten drei Jahrzehnten hat der Anteil übergewichtiger Kinder stark zugenommen: Zwei Millionen sind es derzeit“, sagte er. Jedes sechste Schulkind sei zu dick.
Nettekoven plädierte dafür, Gesundheitserziehung und Sportunterricht in den Lehrplänen einen größeren Stellenwert einzuräumen. Nach Angaben der Krebshilfe sterben jedes Jahr 210 000 Patienten an Krebs.
