Havekost - Achtmal in den vergangenen eineinhalb Jahren hat es auf der Kreuzung in Havekost gekracht – „wir müssen hier etwas tun“, soviel steht fest für Ansgar Focke, den Vorsitzenden der CDU-Kreistagsfraktion. Die machte sich am Freitagabend gemeinsam mit Landrat Carsten Harings ein Bild von dem Verkehrsknotenpunkt, wo mit der Havekoster Straße und der Harpstedter Straße zwei Kreisstraßen auf die B 213 treffen.

Aber was tun? Etliche Politiker in Kreis und Gemeinde wünschen einen Kreisel, unlängst erst haben die Christdemokraten im Gemeinderat ihn wieder beantragt – ein entsprechender Vorstoß der UWG/FWG-Kreistagsgruppe hatte im November 2014 allerdings keine Mehrheit im zuständigen Fachausschuss gefunden.

Und auch manche Anlieger wollen keinen Kreisel. „Das wäre eine Zumutung“, meinen Hergen und Meike Stöver, die direkt an der Kreuzung wohnen und ständiges Abbremsen und Anfahren von Kraftfahrzeugen befürchten. Das Ehepaar Stöver sieht auch die Unfallzahlen nicht so dramatisch: Der letzte tödliche Zusammenstoß habe sich im August 2001 ereignet.

Eine Unfallhäufung an dieser Kreuzung ist aus Sicht der CDU aber nicht abzustreiten. Die Verkehrsunfallkommission hatte im Vorjahr die Aufstellung eines zweiten Stop-Schildes an den beiden Einmündungen der Kreisstraßen empfohlen – „das hat nichts gebracht“, findet Fraktionsmitglied Günter Westermann, der in Sethe zu Hause ist und die Kreuzung täglich befährt.

Für ihn gibt es neben den Unfällen noch ein Problem: „Man kommt oft nicht rüber“. Vor allem in jüngster Zeit, seit Bauarbeiten und Kollisionen auf der A 1 immer wieder zu kilometerlangen Dauerstaus auf der als Umleitungsstrecke genutzten Bundesstraße führen, müssten Verkehrsteilnehmer auf den Kreisstraßen teilweise lange warten, ehe sie die Vorfahrtsstraße überqueren könnten. „Ein Kreisel wäre die bessere Lösung“, glaubt Westermann.

Handlungsbedarf bestehe auf jeden Fall, fasste Fraktionschef Focke die Lage zusammen. Wie Landrat Carsten Harings riet er, die Sitzung der Verkehrsunfallkommission im Sommer abzuwarten. Neben der Expertenmeinung, betonten beide, solle aber auch die Sicht der Anlieger in die weiteren Beratungen einfließen. Hergen und Meike Stöver hätten jedenfalls schon eine Idee zur Senkung der Unfallzahlen: „ein Blitzer“ – und zwar fest installiert, als Dauerlösung.

Hergen Schelling
Hergen Schelling Redaktion für den Landkreis Oldenburg (Leitung)