Berlin - Das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) plädiert für eine weitere Heraufsetzung des Rentenalters. Nur durch längeres Arbeiten könnten steigende Rentenbeiträge und ein sinkendes Rentenniveau vermieden werden, sagte IW-Geschäftsführer Hubertus Bardt am Montag. „Wenn nicht stärker privat und betrieblich vorgesorgt wird, müsste das Eintrittsalter weiter erhöht werden: bis 2030 auf 69 Jahre und bis 2041 auf 73 Jahre.“
Neue Daten der Rentenversicherung Bund zeigen, dass Ruheständler so lange Rente beziehen wie nie zuvor. 2015 sei die durchschnittliche Bezugsdauer bei Frauen auf 22,8 Jahre (reguläre Altersrente), bei Männern auf 18,78 Jahre gestiegen. 2010 erhielten Frauen im Durchschnitt noch 22,09 Jahre Rente, Männer 17,51 Jahre.
Das Geschäftsführende IG-Metall-Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Urban erklärte: „Bekanntlich führt die Anhebung der Regelaltersgrenze nicht zu einem längeren Verbleib in den Betrieben, sondern zu drastischen Rentenkürzungen.“ Die Präsidentin des Sozialverbands VdK, Ulrike Mascher, kritisierte: „Die Beschäftigungssituation für Ältere ist nach wie vor kritisch. Die meisten haben doch schon Mühe, ihren Job bis 65 oder gar 67 auszuüben.“
Vor Kurzem hatte die Versicherungswirtschaft gefordert, dass die Bürger länger arbeiten müssten. Auch die Junge Union, dringt darauf, die Rente auf diese Weise zu kürzen.
