Garrel - „Der Saal ist immer proppevoll“, so beschreibt Rita Otten, die Akzeptanz der Flüchtlinge auf das Angebot, sich zu treffen, auszutauschen und zu informieren. Sie ist die Verantwortliche des Katholischen Bildungswerks für das Café International.

18 Ehrenamtliche sind regelmäßig dienstags von 15 bis 17 Uhr im Johanneshaus und organisieren das Café. Pfarrer Paul Horst hatte sie eingeladen zu einem Austausch. Er lobte das Engagement, das für eine gute Grundhaltung aller Beteiligten spreche. Eingeladen waren auch Christel Hannöver und Sabine Wienken, die von der Gemeinde Garrel mit der Flüchtlingsbetreuung beauftragt sind.

Immer wieder bekäme sie Geldspenden, berichtete Rita Otten. Und auch an Plätzchen fehlt es nicht. Die Frauen-MC Nikolausdorf backt und besorgt auch Kaffee. Was dringend gesucht wird, ist eine Kinderbetreuung. „Wenn wir die Kinder betreuen können, können sich die Eltern ungestört unterhalten“, bittet Rita Otten um weitere Unterstützung. Wer Interesse habe, könne sich gern bei ihr melden ( t   04474/930136).

Ging es anfangs mehr um die Möglichkeit des zwanglosen Treffens, wird jetzt zunehmend inhaltlich gearbeitet. Die Gäste müssten lernen, dass das Miteinander wichtig und für jeden eine Aufgabe sei. Auch gelte es, immer mehr Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Allzu oft stelle man mehr ein Nehmen als ein Geben fest. Man wolle dazu beitragen, dass die Flüchtlinge ihren Alltag allein gestalten können. Darum werde der Fahrdienst eingeschränkt. „Das Fremde nimmt ab durch den Kontakt mit den Menschen“, wurde eine Erfahrung bestätigt.

Aktuell werden in Garrel drei Sprachkurse für Flüchtlinge angeboten, die in Kürze auslaufen. Scharfe Kritik gab es an geplanten weiterführenden Sprach- und Integrationskursen. Diese Kurse sollen zentral angeboten werden. Als Dozenten sollen Lehrer mit dem Fach „Deutsch als Fremdsprache“ eingesetzt werden. Bei zentralen Kursen kämen die Frauen nicht, weil sie ihre Kinder versorgen wollen. Der Spracherwerb sei für die Integration unerlässlich.

Lehrer mit dem Fach „Deutsch als Fremdsprache“ gebe es gar nicht. Hier müsse das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge dringend umdenken und gute örtliche Initiativen wie den Sprachkurs in Garrel fördern. „Die aktuellen Überlegungen gehen an der Wirklichkeit vorbei“, kritisierte Helmut Biemer, der als Dozent in Sprachkursen aktiv ist.

Die Kurse in Garrel werden vom Katholischen Bildungswerk durchgeführt. Dabei wird auch eine Kinderbetreuung angeboten. „Gute Dinge haben nicht am Geld zu scheitern“, so Bildungswerk-Vorsitzender Josef Wolking.

In Garrel leben zurzeit 251 Flüchtlinge, teilte Christel Hannöver mit. Es handele sich um 50 Familien und 25 Einzelpersonen. Bis Ende April müssten laut Zuteilungsquote noch 40 Flüchtlinge aufgenommen werden.