Hude - Die Stimmung zu Beginn der außerordentlichen Mitgliederversammlung des Kulturvereins Impuls war fast ausgelassen. Dabei stand auf der Tagesordnung nur ein Punkt, über den die anwesenden 23 Vereinsmitglieder am Dienstagabend in der Klosterschänke entscheiden wollten: die Auflösung ihres Vereins. Bis zur Abstimmung verging nicht einmal eine halbe Stunde. Dann stand fest: Der knapp 20 Jahre alte Kulturverein wird aufgelöst, weil sich keine Nachfolger für die Vorstandsämter fanden. Der aktuelle Vorstand wollte die Vereinsarbeit nicht fortführen und hat dies bereits vor über einem Jahr bekannt gegeben.

„Wir haben uns bemüht, diese Abstimmung zu verhindern“, sagte die 1. Vorsitzende Dr. Carola Thurow zu Beginn der Sitzung. „Wir haben versucht, Mitstreiter für die Arbeit im Verein zu suchen, aber es ist uns nicht gelungen, jemanden zu finden, der diese Aufgaben mit Lust und Elan erfüllen will.“

Dabei habe es seitens der Gemeinde die Zusage gegeben, den Verein in jeglicher Form zu unterstützen – auch bei einer Neuausrichtung des Vereins. „Aber das hilft uns bei unserem Hauptproblem leider nicht weiter“, sagte Thurow.

Die Vorsitzende weigerte sich aber, das Ende des Vereins negativ zu sehen: „Es ist falsch, zu sagen, der Verein sei zugrunde gegangen.“ Die kulturelle Landschaft in Hude habe sich in den vergangenen Jahren stark verändert; wer sich einbringen möchte, könne dies auch auf anderem Wege tun. „Die letzten Jahre haben mir persönlich viel gebracht und ich sehe es als einen sehr positiven Abschluss.“ Für ihre Worte erntete Thurow Applaus von den Vereinsmitgliedern.

Um die Auflösung zu beschließen, war eine neun Zehntel Mehrheit notwendig. Eine Mindestzahl an anwesenden Mitgliedern schrieb die Vereinssatzung nicht vor. Das Vereinsvermögen soll nach der Auflösung an die Gemeinde fließen und für kulturelle Zwecke verwendet werden. Die Hälfte des jährlichen Zuschusses der Gemeinde von 10 000 Euro habe der Verein bereits erhalten.

Nach dem Beschluss der Mitgliederversammlung ist der Verein aber noch nicht aufgelöst. Die Vereinsauflösung wird nun beim Vereinsregister beantragt. Der Verein wird dann noch mindestens ein Jahr weiterbestehen, um verbleibende Forderungen einzuziehen, Gläubiger zu bedienen und die übrigen Vereinsmittel zu Geld zu machen.