Bund und Länder wollen bei der Bekämpfung der Pandemie härter durchgreifen. Was bedeutet das für die Schulen in Niedersachsen?

Tonne Weder bundesweite noch landesweite präventive Eingriffe im Schulbereich sind geplant und das begrüße ich ausdrücklich. Es muss in anderen Lebensbereichen zu Einschnitten kommen, damit Schulen und Kitas offenbleiben. Es ist befremdlich, dass vereinzelt schon wieder der Ruf nach allgemeinen Schulschließungen laut wurde. Wer das macht, hat die Bildungsverluste und psychosozialen Probleme vieler Kinder wohl ebenso vergessen, wie die immensen Belastungen der Familien durch Schul- und Kitaschließungen. Wir müssen alles daran setzten, dass sich so eine Situation nicht wiederholt, anstatt ihr das Wort zu reden.

Droht bei steigenden Inzidenzzahlen erneut „Szenario B“, also Wechselunterricht und halbe Klassen?

Tonne Ein genereller Wechsel in den Wechselunterricht ist ebenso wenig geplant, wie allgemeines Distanzlernen. Diese Art Einschnitte beim Präsenzunterricht sehe ich nicht. Die Erwachsenen sind jetzt gefordert, sich zurückzunehmen, damit das so bleibt. Also: Private Kontakte reduzieren und impfen! Wechsel- oder Distanzunterricht können die Gesundheitsämter im Übrigen in Einzelfällen bei Schulen anordnen, wenn es die Lage nötig macht. Das wird auch so bleiben als konkrete Reaktion.

Ab Mittwoch wird in weiten Teilen des Landes die „Warnstufe 2“ greifen: Hat das auch unmittelbare Auswirkungen auf die Schulen?

Tonne Nein.

Der Landeselternrat hatte bereits frühere Weihnachtsferien gefordert. Auch Ministerpräsident Weil spricht von einer „verlängerten Weihnachtsruhe“. Werden die Winterferien nun vorgezogen?

Tonne Wir sind in einer dynamischen, sehr schnelllebigen Lage. Zum Zeitpunkt unseres Interviews gilt nach wie vor: Es ist keine Entscheidung gefallen. Ein Vorzeihen verkündigen wir ebenso wenig in diesem Augenblick, wie wir es kategorisch ausschließen. Als isolierte Einzelmaßnahme ist das keine sinnvolle Maßnahme. Die Landesregierung steckt die kommenden Maßnahmen insgesamt ab; wir benötigen ein Paket mit Kontaktbeschränkungen, Einschnitten bei Großveranstaltungen, Diskotheken und in Hotspots. Wenn es Entscheidungen gibt, werden alle so schnell wie möglich informiert. Mir ist völlig klar, wie wichtig Planungssicherheit ist.

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent