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NWZonline.de Nachrichten Politik

Kurden erobern einige Gebiete zurück

16.10.2014

Mürsitpinar Die kurdischen Verteidiger der syrischen Grenzstadt Kobane sind durch intensivierte Luftangriffe der US-geführten Koalition gegen die Terrormiliz Islamischer Staat wieder leicht auf dem Vormarsch. Nach Angaben der Kopräsidentin der Kurdischen Demokratischen Union (PYD), Asja Abdullah, eroberten Kämpfer der Miliz YPG am Mittwoch in Straßenkämpfen einiges Gelände zurück. Auch die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London bestätigte unter Berufung auf ihr Aktivistennetzwerk vor Ort die Zugewinne.

Die IS-Kämpfer haben seit Mitte September, dem Beginn ihres Angriffs auf die an der türkischen Grenze gelegenen Stadt, gut ein Drittel Kobanes unter ihre Kontrolle gebracht. Mehr als 500 Menschen wurden in den Kämpfen getötet, Dutzende kurdische Dörfer in der Umgebung Kobanes vom IS erobert. Mehr als 200 000 Menschen flohen vor der Terrormiliz in die Türkei.

Der Beobachtungsstelle zufolge gingen Luftangriffe auf IS-Stellungen und Kämpfe in Kobane am Mittwoch weiter.

US-Präsident Barack Obama schwor die Verbündeten im Kampf gegen den IS unterdessen auf eine bessere Bündelung der Kräfte ein. Bei dem Strategietreffen in den USA hätten sich die Verteidigungsminister der Koalition darauf verständigt, „je nach Vermögen der beteiligten Länder ihre Fähigkeiten“ zur Anti-IS-Mission beizutragen, teilte ein mit den Gesprächen betrauter Pentagonvertreter mit. An der Sitzung an der Luftwaffenbasis Andres in Maryland nahmen neben Obama auch Militärchefs aus mehr als 20 Staaten teil, darunter Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und die Türkei.

IS-Kämpfer halten weite Teile Syriens und des Iraks unter ihrer Kontrolle. Die USA begannen zunächst mit Luftangriffen auf die sunnitischen Extremisten im Irak, dann bombardierten sie deren Stellungen auch in Syrien.

Die USA drängen insbesondere Ankara, sich stärker im Kampf gegen die Terrormiliz in den türkischen Nachbarländern zu engagieren. Das Nato-Land weigert sich jedoch bislang, den USA und deren Verbündeten Flughäfen für Luftangriffe gegen den IS zur Verfügung zu stellen. Die Regierung in Ankara fordert, dass zuvor unter anderem eine Flugverbotszone über Syrien eingerichtet werden müsse.

Das syrische Außenministerium wies diese Forderungen am Mittwoch zurück. Eine Flugverbotszone wäre eine „offenkundige Verletzung“ der UN-Charta und des Völkerrechts, hieß es in einer Erklärung. In der syrischen Stadt Hama wurde ein Präsident Baschar al-Assad nahe stehender Parlamentarier bei einem Attentat getötet, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Sana. Im syrischen Bürgerkrieg sind seit März 2011 nach UN-Angaben mehr als 190 000 Menschen getötet worden.

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