LAGOS/BERLIN - LAGOS/BERLIN/DPA/AFP - Die mutmaßlichen Entführer eines Deutschen in Nigeria haben in einem Bekennerschreiben die Freilassung zweier inhaftierter Rebellenchefs sowie Verbesserungen für die Region des Nigerdeltas verlangt. „Wir fordern mehr Arbeitsplätze für Jugendliche, eine bessere Sozialversorgung und Infrastruktur“, heißt es in dem in mehreren nigerianischen Zeitungen abgedruckten Schreiben. Die bislang unbekannte „Bewegung für die Bevölkerung im Nigerdelta“ betonte, dass sie kein Lösegeld verlange und dem Angestellten der Baufirma Bilfinger Berger kein Leid antun werde. Die Geisel befinde sich in einem Versteck in den Mangrovensümpfen. Jeder Versuch, ihn zu finden, werde schmerzlich enden, heißt es in dem Schreiben.

Das in Lagos ansässige Unternehmen wollte sich zunächst nicht zu den Forderungen äußern. Die deutsche Botschaft in Abuja und die Außenstelle in Lagos stehen in engem Kontakt mit den nigerianischen Behörden.

Der Mitarbeiter der Baufirma Bilfinger Berger Gas and Oil Services, die im Auftrag von Ölkonzernen im Nildelta arbeitet, war am Donnerstag von Bewaffneten in Port Harcourt gekidnappt worden. Der Mann, dessen Identität nicht bekannt gegeben wurde, ist seit etwa drei Jahren bei der Firma angestellt. Bereits im Juni 2005 waren in Nigeria zwei Mitarbeiter der nigerianischen Filiale der Mannheimer Baufirma entführt und nach drei Tagen wieder freigelassen worden.