Hannover/Im Nordwesten - Nach geringeren Flüchtlingszahlen werden in Niedersachsen alle 17 Notunterkünfte bis zum Jahresende für die Belegung mit hilfesuchenden Menschen geschlossen. Um bei einem erneuten Anstieg kurzfristig für die Aufnahme gerüstet zu sein, will das Land allerdings sechs Notunterkünfte als Reserve zur kurzfristigen Kapazitätserhöhung vorhalten. „Komplett wegfallen werden entsprechend elf Notunterkünfte“, sagte ein Sprecher des Innenministeriums in Hannover.

Demnach wurden im ersten Halbjahr 2016 noch 21 852 ankommende Flüchtlinge registriert. Das entspricht fast der Anzahl Menschen, die im Vorjahr in einem einzigen Monat nach Niedersachsen kamen. Im November 2015 gab es zum Beispiel fast 20 000 Neuankömmlinge.

In den Erstaufnahmestandorten und Notunterkünften sind derzeit noch insgesamt rund 3000 Menschen untergebracht. In Orten wie zum Beispiel Bad Zwischenahn, Brake, Cloppenburg, Jever, Wittmund, Nordenham, Buxtehude, Hameln, Sarstedt oder Wolfsburg sind schon Schließungen erfolgt, weitere stehen bevor.

Träger wie Johanniter, Malteser oder Deutsches Rotes Kreuz (DRK) bereiten sich gerade darauf vor. „Die werden jetzt alle zum Herbst hin geschlossen“, sagte Sprecherin Kerstin Hiller mit Blick auf die DRK-Unterkünfte. Die Verträge mit dem Land waren zeitlich befristet und haben unterschiedliche Laufzeiten, hieß es im Ministerium.