Cloppenburg - Nach dem finanziellen Desaster in Papenburg 2014 mit einem Millionendefizit ist das Thema „Landesgartenschau“ (LGS) derzeit in aller Munde. Auch die Stadt Cloppenburg hatte sich offenbar ernsthaft mit einer Ausrichtung beschäftigt – erst vor neun Monaten wurden die Überlegungen vorerst ad acta gelegt. „Aus finanziellen Erwägungen soll eine Landesgartenschau aus den künftigen Maßnahmen gestrichen werden“, heißt es im Protokoll einer Sitzung der Lenkungsgruppe vom 30. Juni 2014. Diese wird aus Mitgliedern des Verwaltungsausschusses mit Bürgermeister Dr. Wolfgang Wiese (CDU) an der Spitze gebildet. Und auch 2010, als Papenburg für 2014 aussichtsreich im Rennen war, beschäftigte man sich in Cloppenburg mit der Materie.
Bei einer Besprechung der an einer Landesgartenschau interessierten Kommunen im Agrar-Ministerium am 2. November 2010 waren auch Vertreter aus Cloppenburg dabei. Auch Syke, Sögel, Bruchhausen-Vilsen, Sande und Wietmarschen nahmen am „Experten-Workshop“ teil. Wiesmoor zeigte erneut Interesse, nachdem der Zuschlag für 2010 zurückgegeben worden war und die LGS in Bad Essen stattgefunden hatte. Auch Cloppenburg hatte danach noch einen Termin mit der Fördergesellschaft in Bremen.
In Cloppenburg hatte Hermann Asbree, Fachbereichsleiter Planen und Umwelt, einst die Planungen fachlich begleitet. Noch heute hält er eine LGS „fachlich für eine Chance“. Die Überlegungen betrafen ein Gelände vom „Höltinghausener See“ an der Soeste-Niederung entlang bis zum Museumsdorf. Auch das Niedersächsische Freilichtmuseum sei in die groben Planungen einbezogen worden.
Die Politik sieht keine Chance für eine Landesgartenschau in Cloppenburg. „Wir können das nicht finanzieren“, fürchtet CDU-Fraktionschef Hermann Schröer ein Kassenloch. Auch Bürgermeister Dr. Wolfgang Wiese sieht eine Gartenschau 2018 oder 2020 im Bereich der „Träumerei“ angesiedelt.
Aber die Landesgartenschau – so Wiese weiter – sei ja eigentlich gar keine Landesgartenschau mehr. Städtische Gartenschauen würden veranstaltet, seitdem das Land die Zuschüsse gestrichen hätte. Das Geld würde fehlen. Deshalb sei eine derartige Veranstaltung von Anfang an „unterfinanziert“.
Jetzt hat der Rat in Bad Iburg die Haushaltsmittel für die nächsten Jahre gestrichen (die NWZ berichtete) – eine Landesgartenschau wird es 2018 dort wohl nicht mehr geben. Jetzt wird Harald Mikulla, der Geschäftsführer der Fördergesellschaft LGS, wohl Bad Gandersheim fragen, die 9900 Einwohner-Kommune aber – das ist schon klar – Nein sagen. Zwei Rekorde gibt es in Bad Gandersheim: Personalkosten und Schulden.
