Landkreis - Von kontinuierlich steigenden Zahlen häuslicher Gewalt berichten die Mitarbeiter aus dem Frauenschutzhaus des Landkreises Oldenburg und von der Beratungs- und Interventionsstelle bei häuslicher Gewalt (BISS).
Die steigenden Zahlen bedeuteten jedoch nicht pauschal mehr Fälle von häuslicher Gewalt: „Zum Glück gibt es eine Entwicklung hin zur Öffentlichkeit, häusliche Gewalt ist in den letzten Jahren immer weiter enttabuisiert worden“, heißt es aus dem Amt für Teilhabe und Soziale Sicherung. Betroffene seien nicht mehr ganz so verhalten in der Kontaktaufnahme zu Beratungs- und Unterstützungsangeboten.
Des Weiteren gebe es mittlerweile deutlich mehr Wege, um auf Hilfsangebote aufmerksam zu werden und diese trotz Verständigungsproblemen nutzen zu können. Auch die Gesetzesgrundlage habe sich für Betroffene in den vergangenen Jahren weiter verbessert.
In der BISS des Landkreises wurden von Beginn an auch Männer beraten, aber erst 2017 werden diese Beratungen offiziell auch gefördert. „Dies ist ein weiteres Indiz dafür, dass häusliche Gewalt deutlicher als öffentliches Problem gesehen wird, welches es zu bekämpfen gilt“, heißt es aus dem Kreishaus. Die ursprüngliche Vision von Frauenhäusern, sich selbst überflüssig zu machen, sei aber immer noch weit von der Realität entfernt.
