Landkreis Cloppenburg - Alternative Fortbewegungsmittel standen nun auf der Tagesordnung des jüngsten Kreis-Verkehrsausschusses. Dieser empfahl dem Kreistag unter anderem die Erstellung einer Machbarkeitsstudie für Radschnellwege im Landkreis Cloppenburg. Auf die Tagesordnung gebracht hatten das Thema Radschnellweg die Gruppe UWG/Grüne und die SPD-Fraktion, die einen solchen Weg als Verbindung zwischen Vechta und Cloppenburg geprüft haben wollten.
Daraufhin hatte die Kreisverwaltung den Ausschussmitgliedern das Konzept der Radschnellwege in einer Präsentation vorgestellt. Schnellradwege dienen demnach dem zielorientierten Alltagsradverkehr ⇒bei entsprechender Nachfrage in Ballungsräumen. Sie dienen als Teilstrecke überregionaler Verkehrswege, häufig wird dort eine Geschwindigkeit zwischen 15 und 25 Stundenkilometer gefahren. Auf ihnen ist laut Kreisverwaltung durchgängiges sicheres und attraktives Fahren möglich.
Die Ziele seien eine Gewinnung von „Langstrecken“- Pendlern als Nutzer, die Stauentlastung von Hauptrouten, die Sichtbarmachung des Stellenwerts des Radverkehrs sowie die Reduzierung von Lärmbelastungen und Schadstoffemissionen.
Mit einem Radschnellweg sind allerdings auch Qualitätskriterien verbunden: Mindestbreite von drei Metern (vier Meter im Zweirichtungsverkehr), Mindestlänge von fünf Kilometern, störungsarme Führung über Knotenpunkte, geringe Steigungen, Trennung vom Fußgängerverkehr, eine hohe Belagsqualität, Beschilderung und Beleuchtung, zusätzliche Ausstattung und Serviceleistungen – beispielsweise durch Raststationen –, eine regelmäßige Reinigung sowie eine Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV).
Um Potenziale für die Wege zu finden, soll die Kreisverwaltung – wenn der Kreistag der Empfehlung des Ausschusses folgt – die Machbarkeitsstudie für die Radschnellwege in Auftrag geben.
Einstimmig empfohlen hat der Ausschuss außerdem, die Schaffung einer Bahnhaltestelle in Höltinghausen zu prüfen beziehungsweise auf die zuständigen Stellen einzuwirken. Außerdem empfahl der Ausschuss, dass die Kreisverwaltung weitere Möglichkeiten für Bahnhaltestellen auf der Strecke Wilhelmshaven-Osnabrück zwischen Ahlhorn und Essen prüft. Dieser Antrag kam von der CDU.
Mit der Haltestelle soll in Höltinghausen die Wartezeit genutzt werden, die sowieso entsteht, wenn die Züge dort auf die entgegenkommende Bahn warten. Durch die Schaffung einer weiteren Haltestelle könne einerseits die Verkehrs- und Parksituation am Cloppenburger Bahnhof entzerrt werden. Zudem werde die Attraktivität des ÖPNV gesteigert, heißt es im Antrag der CDU.
