LANDKREIS - Die Union folgte weitgehend den Vorschlägen der Mehrheitsgruppe. Bei der Stellvertreterwahl kandidierte überraschend Linda Vietor.
Von Stefan Idel
LANDKREIS - „Mein kleiner grüner Kaktus“ sang Jan-Albrecht Hollmann, als NWZ -Fotograf Olaf Blume und Fotograf Klaus Sekuly gestern Abend Bilder von den neuen Kreistagsabgeordneten machten. Doch die Kampfeslust der Politiker weckte er damit nicht. Im Gegensatz zur konstituierenden Versammlung vor fünf Jahren verlief die erste Kreistagssitzung der neuen Amtsperiode gestern Abend harmonisch.Nachdem Landrat Frank Eger die 46 Abgeordneten förmlich verpflichtet hatte, wurde der frühere Hatter Bürgermeister Helmut Hinrichs (SPD) in geheimer Wahl zum neuen Kreistagsvorsitzenden gewählt. Auf ihn entfielen 43 Ja- und vier Nein-Stimmen. Hinrichs folgt in dieser Funktion Friedrich Harnisch (SPD), der nicht wieder für den Kreistag kandidiert hatte. Bernhard Schwarting (CDU), der zunächst als dienstältester Kreistagsabgeordneter die Wahl geleitet hatte, wurde dann zum alleinigen Stellvertreter Hinrichs’ bestimmt. Auf den 73-Jährigen aus Schlutter entfielen 42 Ja- und 3 Nein-Stimmen, bei zwei Enthaltungen. Überraschend war die CDU-Fraktion zuvor dem Vorschlag der SPD/FDP-Mehrheitsgruppe gefolgt, die Zahl der Stellvertreter von zwei auf einen zu reduzieren.
Fraktionschef Hans-H. Hubmann unterstützte auch den Antrag, Ernst-August Bode (FDP) zum 1. ehrenamtlichen Stellvertreter von Landrat Frank Eger zu wählen. Auf Bode entfielen 43 Ja- und 4 Nein-Stimmen. Bei der Wahl der zweiten Stellvertreterin erhielt die von der Mehrheitsgruppe vorgeschlagene Christel Zießler (SPD) in Linda Vietor (CDU) überraschend eine Gegenkandidatin. „Wir haben die bisherigen Vorschläge unterstützt“, erklärte CDU-Fraktionschef Hubmann. Doch nun sei es „angemessen“, dass seine Fraktion bei der „politischen Außenvertretung“ des Kreises beteiligt werde. Die Mehrheitsgruppe setzte sich durch: Auf Zießler entfielen 24 Stimmen, auf Vietor 22. Eine Stimme war ungültig.
Im Namen der Grünen-Fraktion erklärte Manfred Rebensburg, seine Partei sei bei diesen fünf zu vergebenden Posten nicht gefragt worden. Der Wahlausgang sei „ernüchternd“. Er hoffe, dass Landrat und Mehrheitsgruppe ihre Ankündigung, für ein besseres Miteinander im Kreistag zu sorgen, wahrmachen würden.
Tatsächlich arbeitete der Kreistag alle weiteren Punkte rasch ab. Einstimmig beschlossen wurde die Sitzverteilung in den Ausschüssen. Auch bei der Wahl sowie der Bestimmung der Vertreter des Landkreises in vielen Organisationen gab es keine Gegenvorschläge.
Weiterer bericht, S.39
