LANDKREIS - „Ich kann die Arbeit nicht allein machen, ich brauche Euch!“, rief Axel Brammer seinen Parteifreunden entgegen. Mit 43 von 43 gültigen Stimmen wurde der 57-jährige Drucker aus Kirchhatten am Freitagabend von den Delegierten der SPD-Unterbezirkskonferenz zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl am 20. Januar 2013 nominiert. Brammer, zugleich Vorsitzender des SPD-Unterbezirks, ist seit 2008 Mitglied des Landtags. Vor vier Jahren kam er über die Landesliste ins Parlament. Diesmal will er das Mandat direkt holen. Dies sei nur mit kräftigem Rückenwind aus der Region möglich.

Zu den ersten Gratulanten nach der Nominierung gehörten Brammers Ehefrau Renate, der stellvertretende SPD-Landesvorsitzende Olaf Lies (Sande), der Europa-Abgeordnete Matthias Groote (Ostrhauderfehn), die Landtagsabgeordnete Renate Geuter (Friesoythe) und Landrat Frank Eger. Scharfe Kritik übte der SPD-Kandidat an der schwarz-gelben Landesregierung. Das „Wachstumsbeschleunigungsgeset“z koste das Land jährlich 130 Millionen Euro – Geld, das in Kindergärten und -Tagesstätten fehle. Unter CDU und FDP müssten die Kommunen bluten. Daher könne sich die SPD auch nicht den Vorschlägen zur Schuldenbremse in der Verfassung anschließen,

Auch der ehemalige SPD-Landesvorsitzende Lies stimmte die Genossen mit einer kämpferischen Rede zur Arbeits- und Wirtschaftspolitik auf den Wahlkampf ein. Im Fall eines Regierungswechsels wolle die SPD die Studiengebühren wieder abschaffen. Auf Bundesebene solle der Spitzensteuersatz auf 49 Prozent angehoben werden. Das würde Niedersachsen 210 Mio. Euro an zusätzlichen Einnahmen bescheren. Es gelte die Devise: „Starke Schultern müssen mehr tragen!“ Brammer habe gute Chancen, den Wahlkreis direkt zu gewinnen, meinte Lies.

In einem Grußwort bat Hudes Bürgermeister Axel Jahnz den SPD-Kandidaten, sich weiterhin für eine ausreichende finanzielle Unterstützung der Kommunen einzusetzen. Landrat Frank Eger (SPD) kündigte vor den Delegierten an, sich in den Landtagswahlkampf einmischen zu wollen. Daher habe er sich von den Aufgaben als Kreiswahlleiter entbinden lassen. Dieses Amt hat – wie berichtet – Erster Kreisrat Carsten Harings übernommen. „Zur Politik gehört Verlässlichkeit und Offenheit. Daran mangelt es der CDU/FDP-Landesregierung“, meinte Eger.

Zuvor hatte eine Wahlkreiskonferenz SPD-Delegierte für eine Landesvertreterversammlung gewählt. Dazu werden aus dem Kreis Axel Brammer (55 Stimmen), Hannelore Hunter-Roßmann (20), Uta Wilms (17) und Ingrid Opitz (13) entsandt.