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Kinderbetreuung Landkreis soll Tagesmütter übernehmen

Felix Frerichs

Einswarden - Multi-Tasking ist für die drei Frauen kein Fremdwort. Alexandra Ley, Anja Harms und Petra Stoldt betreuen nicht nur Kinder zwischen 1 und 3 Jahren in der gemeinsamen Kindergroßtagespflegestelle „De Lütten Trolle“ in Einswarden. Sie sind gleichzeitig auch Hausmeisterin, Putzfrau, Gärtnerin und Bürokauffrau.

Der parteilose Landratskandidat Thomas Brückmann aus Oldenbrok besuchte am Dienstag die Einrichtung, die von den drei Tagesmüttern seit 2008 in Eigenregie geführt wird. Aus seiner Sicht unterstützt der Landkreis die selbstständigen Tagespflegepersonen nicht genügend bei ihrer Arbeit, was die drei Frauen bestätigten.

Anstellung für Frauen

Im Falle eines Wahlsieges bei der Landratswahl am 22. September, die gleichzeitig mit der Bundestagswahl stattfindet, will Thomas Brückmann, dass der Landkreis alle bislang selbstständigen Betreuungskräfte in eine Festanstellung übernimmt. Das kündigte er bei einem Gespräch mit den Tagesmüttern an.

„Eine Festanstellung von Pflegepersonen ist nichts besonderes. Das hat das zuständige Ministerium bestätigt“, sagte Thomas Brückmann. Besonders die finanzielle Situation der Betreuungseinrichtung in Einswarden sei angespannt, da die Mitarbeiter noch auf 5000 Euro vom Jugendamt für geleistete Arbeitsstunden warten. „Das ist viel Geld für einen Kleinbetrieb“, sagt Alexandra Ley. Der Zahlungsstau habe sich seit 2010 aufgebaut.

„Es kann nicht sein, dass die Pflegepersonen so lange auf ihr Arbeitsentgelt warten müssen“, sagt Thomas Brückmann, der bei seiner Kandidatur von der CDU unterstützt wird. Bei seinem Besuch wurde er vom Nordenhamer Fraktionsvorsitzenden der Christdemokraten, Horst Wreden, und vom CDU-Fraktionsvorsitzenden im Kreistag, Torsten Lange, begleitet.

In der Kreistagsfraktion waren die Probleme in der Tagespflege vor kurzem schon einmal Thema und stehen an diesem Mittwoch auf Initiative der CDU bei der Sitzung des Jugendhilfeausschusses des Kreistags auf der Tagesordnung. Die Fraktion will dort unter anderem von der Kreisverwaltung wissen, ob die Gelder für die Pflegeeinrichtungen unverzüglich erbracht werden.

Bis zu zehn Kinder

In der Großtagespflegestelle betreuen die Frauen bis zu zehn Kinder gleichzeitig. In einer städtischen Krippe sind es bis zu 15. Die Eltern schließen einen individuellen Betreuungsvertrag für ihr Kind ab, in dem auch bestimmte Bedingungen separat vereinbart werden.

Pro Kind erhalten die Pflegepersonen vom Landkreis 3,50 Euro pro Stunde. Damit seien die Betreuung sowie alle laufenden Kosten und die Verpflegung vergütet. Das Geld reiche jedoch nicht, deswegen bezahlen die Eltern eine Pauschale für das Essen.

Laut Thomas Brückmann liege die Betreuungsquote für Unter-Dreijährige im Landkreis Wesermarsch im Durchschnitt aller Gemeinden zurzeit bei 26 Prozent. Ab 1. August ist ein gesetzliches Angebot von 35 Prozent Pflicht.

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