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NWZonline.de Nachrichten Politik

Lange Fehlzeiten durch Stress

10.07.2010

BERLIN Deutschlands Arbeitnehmer fehlen immer häufiger wegen psychischer Erkrankungen am Arbeitsplatz. Die Anzahl solcher Krankheitsfälle ist im Vorjahr auf einen Höchststand gestiegen, wie der Fehlzeiten-Report 2010 ergab. Die Forscher des Wissenschaftlichen Instituts der AOK werteten dafür die Krankheitsdaten von 9,7 Millionen erwerbstätigen AOK-Mitgliedern aus.

„Die Zahl der Fehltage durch psychische Erkrankungen ist in den vergangenen zwölf Jahren um fast 80 Prozent gestiegen“, sagte der Mitherausgeber der Studie, Helmut Schröder.

Die seelischen Störungen liegen dem Report zufolge mittlerweile an vierter Stelle bei den Ursachen für eine Erkrankung Berufstätiger. Insgesamt waren sie der Fehlzeiten-Studie zufolge im vergangenen Jahr Grund für 8,6 Prozent der ausgefallenen Arbeitstage der AOK-Mitglieder. Seelisch bedingte Erkrankungen sind für die längsten Fehlzeiten verantwortlich. „Bei einer psychischen Erkrankung sind es im Schnitt fast 23 Tage“, so Schröder.

Psychische Erkrankungen drohen nach Ansicht der IG Metall zur „Volkskrankheit des 21. Jahrhunderts“ zu werden. Notwendig seien Frühwarnsysteme, um rechtzeitig auf stressauslösende und psychisch belastende Arbeitsbedingungen reagieren zu können, erklärte Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Urban in Frankfurt/Main.

Die Ursachen für die deutliche Zunahme vermuten Gewerkschaften, Betriebsärzte und Psychologen in einer stark veränderten und beschleunigten Arbeitswelt. „Überall wird das Personal ausgedünnt. Die Mitarbeiter haben es mit immer mehr unerledigten Aufgaben zu tun“, sagte der Wirtschaftspsychologe Manfred Oetting. „Auch die Chefs selbst geraten immer mehr unter Druck und geben das an ihre Mitarbeiter weiter.“ Oetting: „Die Moral sinkt.“ Den Hauptgrund für den Anstieg sieht er bei den äußeren Bedingungen. „Alles andere sind zynische Argumente“, meint der Psychologe.

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