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Langwarder Groden Umweltverbände beharren auf Deichöffnung

Rolf Bultmann

LANGWARDEN - Die Vertreter der beteiligten niedersächsischen Umweltverbände wollen auf eine Öffnung des Vordeiches bei den geplanten ökologischen Kompensationsmaßnahmen im Langwarder Groden nicht verzichten. Wenn dieser Kompromiss vor Ort nicht akzeptiert wird, werde der Planfeststellungsbeschluss umgesetzt. Der sieht eine gänzliche Schleifung des 4,2 Kilometer langen Vordeichs vor.

Das teilten am Donnerstagabend Vertreter von WWF, BUND und NaBu mit. Sie hatten sich zuvor nochmals mit Mitgliedern des Fördervereins Langwarder Groden zu einem Gespräch über die geplanten Ersatzmaßnahmen im Langwarder Groden getroffen.

Die Umweltverbände bekräftigten erneut die Notwendigkeit, den Sommerdeich zu öffnen, damit dort auf landeseigenen Flächen ökologisch wertvolle Salzwiesen als Ersatz für Eingriffe in den Naturhaushalt durch die Deichbauarbeiten in Cäciliengroden und in Augustgroden sowie durch die Errichtung des Jade-Weser-Ports entstehen können. Die wurden in drei längst rechtskräftigen Planfeststellungsbeschlüssen festgesetzt.

Touristische Aufwertung

„Wir gehen davon aus, dass die geplanten Ersatzmaßnahmen nicht nur die erheblichen Eingriffe der drei Baumaßnahmen kompensieren, sondern zugleich auch die Region touristisch aufwerten werden“, erläuterte Beatrice Claus vom WWF.

Kritisiert wird von den Umweltverbänden, dass das Niedersächsische Umweltministerium, wohl „auf Druck von vor Ort“, das über fünf Jahre hinweg gemeinsam mit zuständigen Behörden, Deichbänden und dem Jade-Weser-Port geplante Entwicklungskonzept zur Umsetzung der Kompensationsmaßnahmen im Langwarder Groden öffentlich in Frage gestellt habe. Deshalb fordern die Umweltverbände Umweltminister Hans-Heinrich Sander auf, die lange geplanten und längst überfälligen Maßnahmen unverzüglich umzusetzen.

„Alle erforderlichen Maßnahmen sind in aufwendigen Diskussionen und Planungsschritten inhaltlich und finanziell optimiert und abgestimmt worden. Jetzt muss endlich Schluss sein, und das Ministerium muss seine Aufgabe wahrnehmen, Natur und Umwelt zu erhalten“, so Heiner Baumgarten, Landesvorsitzender des BUND.

Der NaBu-Landesvorsitzende Dr. Holger Buschmann, fügt hinzu: „Die Planfeststellungsbeschlüsse für die oben genannten Verfahren sind seit langem rechtskräftig. Das Land muss die bereits entstandenen Eingriffe in die Natur durch den Jade-Weser-Port und die Deichbauten umgehend ausgleichen.“

Weitere Gespräche sinnlos

Die Umweltverbände sind sich sicher, dass weitere Gespräche mit dem örtlichen Interessenverein keinerlei Fortschritt mehr bringen. Die Verbände seien bei den Planungen bereits viele Kompromisse auf Wunsch örtlicher Interessenvertreter eingegangen: Sie hätten nicht nur auf den vollständigen Abtrag des Sommerdeichs zugunsten der Akzeptanz der Bevölkerung vor Ort, sondern auch auf eine vollständige Nutzungsaufgabe (Beweidung) verzichtet.

„Wenn die erzielten Kompromisse nicht gewünscht sind, dann sind auch die jetzt in die gemeinsame Planung als Kompromisse eingearbeiteten Wünsche und Vorstellungen der örtlichen Vertreter hinfällig“, erklärt BUND-Landesgeschäftsführer Carl-Wilhelm Bodenstein-Dresler

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