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NWZonline.de Nachrichten Politik

Lasst die Peitsche lieber im Schrank

03.02.2020

Heiße Tränen und politische Drohungen: Das waren die beiden Pole, zwischen denen sich der EU-Abschied der Briten hierzulande abspielte. Auf dem Kontinent dominierten dabei dystopische Voraussagen für ein gar grauenhaftes Schicksal der EU-Deserteure. Das wird es aber sehr wahrscheinlich nicht geben.

Zunächst sind die schon nach dem Referendum vorausgesagten ökonomischen Katastrophen ausgeblieben. Das Wachstum wird 2020 bei etwa 1,4 Prozent liegen (Deutschland: 1,1). Das Pfund ist zwar abgeschmiert, aber das verbilligt Exporte und verteuert Importe – ein prima Effekt, setzt man auf Reindustrialisierung. Auch am Arbeitsmarkt ist das prophezeite Grauen ausgeblieben.

Nun kommt es für London auf zwei Dinge an: Gelingt es den Briten, sich tatsächlich mit bilateralen Handelsverträgen das Tor zur Welt noch weiter aufzustoßen, gelingt es ihnen, die Hoffnung, den Optimismus und die Aufbruchsstimmung, die Boris Johnson in seiner Rede am Freitag mit viel Charisma vermittelt hat, in die Realität zu übersetzen, wird das Experiment ein Erfolg werden. Doch muss dazu vermutlich auch massives Störfeuer der Rest-EU unterlaufen werden. Die scheint fest entschlossen, einen ökonomischen Erfolg der Briten außerhalb des Brüssel-Konstruktes zu verhindern. Koste es, was es wolle. Schlicht, um Nachahmer abzuschrecken.

Ein Vorgeschmack auf den politischen Stil, der dabei gepflegt werden wird, gab es am Wochenende bereits. Während Johnson die EU zu „freundlicher Kooperation“ einlud, tönte es aus dem Mund des EU-Politikers Manfred Weber (CSU): „Wenn der Brexit ein gefühlter Erfolg wird, dann ist das der Anfang vom Ende der EU.“ In Brüssel bildet man sich offenkundig ein, genau deswegen den Briten mit der Peitsche kommen zu müssen. Imperiale Posen aber werden genau das Gegenteil bewirken.


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