Oldenburg/Hannover - Wegen des gestiegenen Testbedarfs im Zuge der Omikron-Welle stoßen die Labore an ihre Kapazitätsgrenzen. Etwa 2,4 Millionen PCR-Tests können die Labore in Deutschland pro Woche auswerten, so der Berufsverband Deutscher Laborärzte. Zahlen für Niedersachsen gibt es nicht, weil die Labore über Ländergrenzen hinweg arbeiten. Wegen der Labor-Engpässe warten Betroffene teilweise aber Tage auf ihr PCR-Testergebnis.
Die Grünen im Landtag fordern daher eine massive Ausweitung der PCR-Testkapazitäten. Wie schon beim Ausbruch der Pandemie sollen erneut die Kapazitäten des Landesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) in Oldenburg genutzt werden. „Dort könnten täglich bis zu 1500 Proben untersucht werden, auch PCR-Tests“, sagt Meta Janssen-Kucz (Borkum), gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, im Gespräch mit unserer Redaktion.
PCR-Gurgeltests prüfen
Zwar wolle Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) am Wochenende eine Verordnung zur Priorisierung der als besonders sicher geltenden PCR-Tests vorlegen. Doch das Land könne selbst priorisieren, meint Janssen-Kucz. PCR-Tests sollten zunächst für Angestellte der kritischen Infrastruktur, in Medizin- und Pflegeberufen sowie zur Diagnostik bei gefährdeter Patienten zur Verfügung stehen. Zur Entlastung von Gesundheitsämtern und Arztpraxen sollten PCR-Testungen auch in Apotheken angeboten werden. Für das „Freitesten“ aus der Quarantäne reicht in Niedersachsen schon ein sogenannter PoC-Schnelltest aus. Das Verfahren müsse aber sicher sein, betont die Grünen-Gesundheitspolitikerin. Sie regt an, den Einsatz von sogenannten PCR-Gurgeltests zu prüfen.
Abwasser untersuchen
Der menschengemachte Klimawandel beschleunige die Entstehung neuer Pandemien, zeigen sich die Grünen überzeugt. Die Massentierhaltung erhöhe das Risiko weiterer Pandemien. Die Landtagsdebatte in der nächstenden Woche wollen die Grünen dazu nutzen, in eine Präventionsstrategie zur Abwehr neuer Pandemien einzusteigen.
Dazu gehöre auch die flächendeckende Untersuchung des Abwassers auf Virus-Varianten. Wie sinnvoll das sei, zeigten Forschungsergebnisse aus anderen europäischen Ländern wie der Schweiz oder den Niederlanden, sagt Janssen-Kucz. Selbst die EU empfehle seit Oktober 2021 Abwasseruntersuchungen auf Virenlast.
