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NWZonline.de Nachrichten Politik

Was Macht Sebastian Edathy?: Leben nach dem Skandal

28.05.2016

Berlin Als SPD-Politiker war Sebastian Edathy viele Jahre lang eine öffentliche Person. Ein Bundestagsabgeordneter mit geschliffener Rhetorik, der schnell Karriere machte. Im Februar 2014 brach die Kinderporno-Affäre über ihn herein. Heute lebt er zurückgezogen im Ausland. In einer Reportage des Magazins der „Süddeutschen Zeitung“ kommt der frühere Innenpolitiker nun nach langer Pause erstmals wieder zu Wort.

Was er zu sagen hat? Nun, da ist zunächst einmal viel Bitterkeit. Edathy, der praktisch sein ganzes Erwachsenenleben in der Politik zugebracht hat, vermisst offensichtlich die Aufmerksamkeit, die ihm als respektierter Politiker einst zuteil wurde. Auch von seinem Bekanntenkreis ist nicht mehr viel übrig. Und das Geld sei knapp. Edathy sagt, er führe einen Kampf gegen die „soziale Auslöschung“, sagte er den Reportern. Selbstquälerisch liest er Hassbotschaften von Menschen, die ihm bis heute Gewalt androhen, weil er früher Aufnahmen von nackten Jungen online bestellt hatte.

Weshalb er diese Filme gekauft habe, fragen ihn die Reporter. Edathy spricht von „fehlgeleiteter Neugier“. Und sagt: „Diese Filme hatten weder etwas mit Posing noch mit Pornografie zu tun.“

Allerdings: In den Bewertungen des Untersuchungsausschuss des Bundestages zum möglichen Geheimnisverrat in der Edathy-Affäre findet sich eine andere Einschätzung des Landesgerichts Hannover: Darin heißt es, das bestellte Material „enthalte Darstellungen von Jungen mutmaßlich unterhalb der Schutzaltersgrenze von 14 Jahren ...“. Das Material ziele „in einigen Fällen offenkundig auf die sexuelle Erregung des Betrachters ab“. Das Landgericht Verden hatte das Verfahren gegen Edathy wegen des Vorwurfs des Besitzes kinderpornografischer Schriften im März 2015 gegen Zahlung einer Geldauflage von 5000 Euro eingestellt. Edathys Anwalt verlas damals eine Erklärung seines Mandanten, in der es hieß: „Ich habe eingesehen, dass ich einen Fehler begangen habe.“

Der Ex-Politiker aus Niedersachsen lebe jetzt in einem Haus am Rande einer arabischen Stadt, heißt es in dem Bericht. Dass Edathy manchmal abends zu viel trinke, und dass er vergeblich versuche, ein Buch über sein eigenes Schicksal zu schreiben. Gelegentlich stellt der 46-Jährige Bilder von seinen Haustieren auf seine Facebook-Seite. Dort hatte er auch seine „Verlobung“ angekündigt. Dem „SZ-Magazin“ sagte er, im Dezember wolle er mit seinem Verlobten in Deutschland eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingehen. Wenige Stunden vor dem Erscheinen der Reportage schreibt Edathy auf Facebook: „Wer mag, kann ja mal am (morgigen) Freitag das Magazin der „Süddeutschen Zeitung“ lesen“.

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In Deutschland ist Edathy nur noch selten. Seinen vorerst letzten Auftritt bei der SPD hatte er im Februar. Es ging um seine Parteimitgliedschaft. Einen Rausschmiss konnte Edathy verhindern. Der Termin endet mit einem Vergleich: Edathy verliert für fünf Jahre alle Mitgliedsrechte.

Wo er jetzt wohnt, möchte Edathy nicht sagen. Das ist angesichts der Morddrohungen, die er nach eigener Aussage erhalten hat, verständlich. Außerdem ist Homosexualität in arabischen Ländern gesellschaftlich nicht akzeptiert. In einigen Staaten müssen Schwule strafrechtliche Verfolgung fürchten. Die Diskriminierung von Homosexuellen in Nordafrika war kürzlich auch Thema im Bundestag. Da ging es um die Einstufung der Maghrebstaaten als „sichere Herkunftsländer“. Der ehemalige Innenpolitiker Edathy konnte auch diese Debatte nur aus der Ferne verfolgen.

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