LEER - Der von Piraten gekaperte deutsche Frachter „Susan K“ aus Leer ist nach mehr als zwei Monaten gegen Zahlung eines Lösegelds freigekommen. Anfang April war das Schiff vor der ostarabischen Küste angegriffen worden. Wie viel Lösegeld die Reederei Nimmrich & Prahm aus Leer zahlen musste und wie es den Seeleuten geht, wollte eine Unternehmenssprecherin am Freitag nicht sagen.

Die rund 100 Meter lange „Susan K“ fährt unter der Flagge von Antigua und Barbuda. An Bord befanden sich nach Angaben der Anti-Piraten-Mission der Europäischen Union vom April zehn Seeleute: vier aus der Ukraine und sechs von den Philippinen. Die Piraten hatten das Schiff vor der Küste von Oman, rund 200 Seemeilen (etwa 370 Kilometer) nordöstlich der Stadt Salalah überfallen.

Seit 2008 sind dem Verband Deutscher Reeder zufolge 15 Schiffe von deutschen Unternehmen in die Hand von Piraten gelangt. Viele Reedereien würden deshalb private Sicherheitskräfte anheuern, um sich vor Angriffen im Golf von Aden zu schützen, sagte Verbandssprecher Max Johns. „Das ist aber nur die zweitbeste Lösung. Wir wollen nicht, dass das Gewaltmonopol auf See in private Hände gerät.“ Die deutschen Reeder würden Polizisten oder Soldaten zum Schutz bevorzugen, was aber am Personalmangel scheitere.

Den Golf von Aden zu umfahren, ist nach Johns’ Angaben keine Alternative. Denn das würde einen Umweg von einigen tausend Kilometern bedeuten. Außerdem bräche Ägypten ein Großteil seiner Einnahmen weg, und die ostafrikanischen Staaten wären vom Welthandel abgeschnitten.