LEER/LUXEMBURG/BERLIN - Es drohen Verständigungsprobleme. Zudem wird ein längerer Einsatz befürchtet.
Von Olaf Reichert
und unseren Agenturen
LEER/LUXEMBURG/BERLIN - Ungeachtet großer Vorbehalte in der Truppe haben die EU-Außenminister am Montag offiziell grünes Licht für den Einsatz der 1500 Mann starken Truppe im Kongo gegeben. Die Soldaten, darunter 780 Deutsche, sollen die für den 30. Juli geplanten Wahlen in dem zentralafrikanischen Staat absichern. Die EU-Truppe soll von Bundeswehrgeneral Karlheinz Viereck aus einem Hauptquartier in Potsdam geleitet werden.Am 10. Juli beginnt die Bundeswehr mit der Verlegung des Hauptkontingents in den Kongo. Das gab Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) bekannt. Er wird heute im Standort Leer erwartet, wo er das dort beheimatete Kommando Schnelle Einsatzkräfte Sanitätsdienst (KSES) besuchen will. Das KSES entsendet etwa 80 Soldaten in den Kongo.
Nach NWZ -Informationen ist die Skepsis gegenüber dem Kongo-Einsatz innerhalb der Truppe groß. Die Soldatinnen und Soldaten bemängeln die schlechte Vorbereitung. Schwierigkeiten werden etwa bei der Verständigung mit der französischsprachigen Bevölkerung sowie der Versorgung der eigenen Leute mit Trinkwasser befürchtet. Die Erwartung, dass der Einsatz länger als die vorgesehenen vier Monate dauern werde, sei hoch, berichtet ein Insider. Wegen erheblicher Probleme bei der Vorbereitung des Einsatzes gilt das Verhältnis zwischen Jung und dem EU-Außenbeauftragten Javier Solana als belastet.
Hintergrund, S.5
