Am 15. Juni 2019 organisierte die ABC-Selbsthilfegruppe Oldenburg unter dem Motto „Lerner-Experten machen mobil!“ eine erste landesweite Lerner-Tagung in Niedersachsen, um als selbst Betroffene auf das Problem von Menschen mit einer Lese- und Schreibschwäche aufmerksam zu machen. In der VHS Oldenburg diskutierten 16 Vertreter der Selbsthilfegruppen aus Hannover, Lüneburg und Oldenburg sowie Lernbegleiter und Gäste aus dem Wissenschaftsministerium und dem Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung e. V. (BVAG) die aktuelle Situation.
Stimmen zur Tagung:
„Es war ein guter Austausch wie in einer großen Familie. Und auch die Selbsthilfegruppen sind ein gutes Zuhause, wo man Kraft und Mut tanken kann.“
Klaus Maaß
„Wir müssen viel anstoßen und zäh sein, damit sich endlich etwas für uns bewegt.“
Ernst Lorenzen
Die Forderungen des Oldenburger Manifests sollen zukünftig in der Öffentlichkeit, insbesondere mit Verbandsvertretern und Politikern diskutiert und sukzessive umgesetzt werden. Anfang 2020 sollen diesbezügliche Gespräche der Lerner-Botschafter mit den erwachsenenpolitischen Sprecherinnen und -sprechern der Fraktionen im Niedersächsischen Landtag und den Verbandsvertretern der Erwachsenenbildung stattfinden.
Aus der Lerner-Tagung ging das Oldenburger Manifest hervor. Darin fordern die Lerner-Experten:
1. Wahrnehmung auf Augenhöhe sowie Respekt und Anerkennung für die bisher geleistete Arbeit.
2. einfachen Zugang zu Grundbildungsangeboten.
3. bessere Ausstattung mit digitalen Medien und erwachsenengerechter Lernsoftware.
4. Lerner-Experten mehr Gehör und Mitsprache beim Thema Grundbildung zu geben.
5. kostenfreie Grundbildungskurse.
6. bessere Bezahlung der Lehrkräfte.
7. finanzielle Unterstützung von Selbsthilfegruppen in der Grundbildung.
8. Einführung einfacher Schriftsprache im öffentlichen Bereich.
