Wildeshausen - „Geht das Kleid auch etwas enger?“, fragt die kleine Lena-Marie. Die Siebenjährige geht bei der diesjährigen Sternsingeraktion als Sternenträgerin. Gerade passt ihr Karola Müller das rote Gewand an. Bei der Anprobe für die große Aktion am Sonntag ist am Donnerstag eine Menge los im Wildeshauser Waltberthaus.
Unter der Regie von Annegret Arkenberg machen sich am Sonntag 18 Gruppen à vier bis fünf Kinder auf den Weg, um zwischen Dötlingen und Kleinenkneten an etwa 320 Haustüren zu klingeln. „So viele Kinder hatten wir noch nie“, freut sich Arkenberg. Diesmal begleiten auch etliche Engel die vielen Caspars, Melchiors und Balthasars und Sternenträger. 24 Erwachsene sind dabei.
Erstmals ist in diesem Jahr Sephora (8) dabei. Sie geht als Caspar. „Meine Schwester Ola geht seit langem mit. Da will ich auch dabei sein“, sagt sie. Und Josephine (7), die sich als Melchior verkleidet, meint: „Wir finden das einfach toll.“ Zum ersten Mal ist auch Jesper (6) dabei. Er geht als Caspar und ist ganz aufgeregt. Livia (6), Raúl (10) und Paola (9) komplettieren das Quartett. Während einige Heilige Drei Könige schon ihre Texte üben, hallt der Ruf nach einem vermissten blauen Samtumhang durchs Waltberthaus.
Los geht das Dreikönigssingen am Sonntag, 6. Januar, mit dem Ankleiden im Waltberthaus. Um 9 Uhr beginnt dann der Aussendungsgottesdienst in der Pfarrkirche St. Peter. „Segen bringen, Segen sein. Für Gesundheit in Tansania und weltweit“, heißt das Leitwort der 55. Aktion Dreikönigssingen; das aktuelle Beispielland ist Tansania. Die Sternsinger machen deutlich, dass Kinder überall auf der Welt das Recht auf medizinische Versorgung haben.
Dabei schreiben die prächtig gewandeten Sternsinger mit der zuvor von Pfarrer Holger Kintzinger gesegneten Kreide die Segensbitte 20*C+M+B*13 („Christus mansionem benedicat“/ „Christus segne dieses Haus“) an die Hauswände. Längst werden nicht mehr allein katholische Haushalte oder Einrichtungen besucht. Die Sternsingeraktion habe längst ökumenischen Charakter.
