Wangerland - Es bleibt dabei: Die Grundschule Horumersiel wird zum Schuljahresende 2012/13 geschlossen, damit bricht jetzt das letzte Halbjahr für die Kinder und Lehrerinnen an. Der Gemeinderat fasste den Beschluss am Dienstagabend einstimmig.
„Es tut mir leid, aber das ist die beste Lösung für die Kinder“, sagte Angelika Prieß-Tiemann. Wie berichtet, hatte die Mehrheitsgruppe aus SPD und Grünen noch Anfang November betont, dass sie die Grundschule mit zurzeit 37 Kindern erhalten wolle.
Doch nachdem die Landesschulbehörde das angedachte Konzept, die Schule in Horumersiel zur Außenstelle der Grundschule Hooksiel zu machen abgelehnt hatte, war bereits Ende November im Schulausschuss deutlich geworden, dass die Grundschule Horumersiel nicht zu halten ist.
Die Mädchen und Jungen aus dem Schuleinzugsbezirk Horumersiel sollen künftig in Hohenkirchen zur Schule gehen. „Das ist eine Entscheidung für die Qualität der Schulbildung“, sagte Alice Brandenburg-Bienek. Auch sie bedauerte, dass die Grundschule Horumersiel geschlossen wird und dankte den Eltern für ihre konstruktive Mitarbeit.
Die Grundschule Hohenkirchen wie auch die Grundschule Hooksiel sollen nun zu Ganztagsschulen ausgebaut werden. Astrid Merbt, Schulelternratsvorsitzende aus Horumersiel, machte deutlich, dass wie bisher in Horumersiel auch in Hohenkirchen eine Nachmittagsbetreuung an allen fünf Wochentagen bis 16.30 Uhr gewährleistet sein müsse, da viele Eltern berufstätig sind.
Wie Bürgermeister Harald Hinrichs betonte, hat die Gemeinde auch die Schülerbeförderung im Blick. Es sei nicht sinnvoll, wenn Grundschüler frühmorgens schon zum Bus müssten oder lange Umsteigezeiten überbrücken müssten.
Die Gemeinde prüft zurzeit zudem, wie Kindergarten, Grundschule und Oberschule in Hohenkirchen enger verzahnt werden können. Im Kindergarten soll eine neue Krippengruppe eingerichtet werden – bereits jetzt platzt der Kindergarten aus allen Nähten.
Gegen die Stimmen der UWW hat der Rat zudem den Bebauungsplan für das Seniorenzentrum Hohenkirchen als Satzung beschlossen. Damit ist der Weg für den Baubeginn auf dem bisherigen Fußballplatz im Frühjahr nun frei.
Wie berichtet, plant die Peter-Janssen-Gruppe aus Wiesmoor auf dem bisherigen Sportplatz den Bau eines Seniorenwohnheims mit 50 Appartements. Die Investitionssumme beläuft sich auf rund 4,5 Millionen Euro, 50 Voll- und Teilzeitstellen in der Pflege sollen dort entstehen.
Rundherum will der Hohenkirchener Günter Cramer mit einem Partner neun Doppelhäuser mit jeweils rund 70 Quadratmeter großer Wohnfläche für betreutes Wohnen und an der Bismarckstraße ein Ärztehaus bauen. Die Investitionssumme für diesen Bereich beläuft sich auf rund 2,8 Millionen Euro.
Wie Ellmer Cramer ausführte, lehnt UWW den Bau ab, da „der Profit beim Investor, aber die Lasten bei der Gemeinde“ lägen, weil nun ein neuer Sportplatz gebaut werden muss.
Laut Bürgermeister Harald Hinrichs rechnet die Gemeinde beim Bau des neuen Sportplatzes mit Fördermitteln im Rahmen der Dorferneuerung in Höhe von zwei Dritteln der Investitionssumme.
Durch höhere Grundsteuereinnahmen, zusätzliche Gewerbesteuereinnahmen aus dem Seniorenzentrum und Ersparnisse, weil die teure Pflege des alten Sportplatzes wegfällt, amortisiere sich die Investition innerhalb von acht Jahren – „das gibt es selten“, sagte er.
