Löningen - Mit großer Mehrheit hat der Rat der Stadt Löningen gegen die vier SPD-Stimmen den Nachtragshaushalt 2018 gebilligt. Auch die UFL-Opposition stimmte zu. Der Nachtragshaushalt war notwendig, weil die Gewerbesteuereinnahmen hinter den Erwartungen zurückgeblieben waren. Kämmerer Markus Brundiers berichtete, dass statt 7,8 Millionen Euro nur noch 5,4 Millionen erwartet werden. Nun ergibt sich im Ergebnishalt ein Fehlbedarf von 1,6 Millionen Euro, und der Schuldenstand der Stadt steigt auf rund 25 Millionen.
Deshalb müssen die geplanten Investitionen des laufenden Haushaltsjahrs vornehmlich über weitere Kredite in Höhe von fast 4,7 Millionen Euro finanziert werden. Wie Brundiers erläuterte, erhalte die Stadt wegen ihrer starken Finanzkraft nur geringe Schlüsselzuweisungen. Derzeit liegt Löningen mit seiner Steuerkraft hinter Essen, Emstek und Lastrup an vierter Stelle im Kreis Cloppenburg.
Die geplante Beteiligung der Stadt Löningen an der Kommunalen Netzbeteiligung Nordwest (KNN) der EWE habe keine Auswirkungen auf die angespannte finanzielle Haushaltslage, betonte Bürgermeister Marcus Willen. Auch die Kreisverwaltung habe angeregt, den Löninger Anteil um weitere gut drei Millionen Euro aufzustocken. Diese Investition führe, so Willen, zu rentierlichen Schulden, die durch die lukrative Gewinnbeteiligung gerechtfertigt seien. Die Ausweisung im Nachtragshaushalt sei vorsorglich, um einen weiteren Nachtragsetat zu vermeiden, bedeute aber noch keine Zustimmung. Über eine Beteiligung an der KNN werde der Stadtrat in einer nächsten Sitzung entscheiden können.
Die geplante Aufstockung stieß allerdings bei einigen Oppositionellen auf Skepsis, die SPD-Chef Rainer Kroner und Hans Marquart (Gruppe FDP/Schelze) äußerten. Für die UFL sprach sich Jörg Bremersmann aber für eine Beteiligung aus, die er als gewinnbringend bezeichnete.
In den kommenden Monaten wird ein weiterer Hausarzt in Löningen tätig. Seine Praxis liegt in der Innenstadt.
