LONDON - Nach der schlimmsten Wahlniederlage seiner Labour-Partei in vier Jahrzehnten ist Premierminister Gordon Brown mit einer innerparteilichen Revolte konfrontiert. Der Labour-Abgeordnete Graham Stringer sagte, es werde in der Partei „privat“ debattiert, ob Browns Führung der Partei und damit zugleich der Labour-Regierung angefochten werden solle. Auf Forderungen von Labour-Aktivisten nach einem Kurswechsel reagierte Brown in TV-Interviews mit der Versicherung, Labour könne sich unter seiner Führung erholen und die Regierungsmacht im britischen Königreich verteidigen.

Mit Blick auf allgemeine Wahlen wurde in den Labour-Reihen intern über eine mögliche Ablösung Browns diskutiert.

Derweil feierten die Tories ihren Sieg bei den Kommunalwahlen sowie die erstmalige Übernahme des Bürgermeisteramtes in London durch einen Konservativen.

Vor allem der Sieg von Boris Johnson, dem zuvor von Labour als „Clown“ geschmähten Freund von Tory-Parteichef David Cameron, gegen Londons Labour-Bürgermeister Ken Livingstone wurde von den Konservativen als Fanal für einen kommenden Machtwechsel in der Downing Street gewertet.