LONDON - LONDON/DPA - Die britische Hauptstadt London ist am Montag, vier Tage nach den Terroranschlägen, vorsichtig zum Alltag zurückgekehrt. Viele Pendler fuhren erstmals wieder in die Innenstadt. Bei den Sicherheitskräften war die Terroralarmstufe nach Medienberichten so hoch wie nie. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Täter wahrscheinlich noch am Leben sind und neue Anschläge planen könnten. Es wird befürchtet, dass bei den vier Explosionen bis zu 80 Menschen ums Leben kamen.
Auch der Londoner Bürgermeister Ken Livingstone fuhr wie immer mit der U-Bahn zur Arbeit. „Wir lassen nicht zu, dass eine kleine Gruppe Terroristen unser Leben ändert“, sagte er. Premierminister Tony Blair sagte in seiner ersten Erklärung im Unterhaus: „Die Anschläge wurden wahrscheinlich von islamischen Terroristen ausgeführt – von derselben Sorte, die auch schon für den Tod vieler Unschuldiger in Madrid, Bali, Saudi-Arabien, Russland (...) und natürlich New York verantwortlich war.“ Die Fahndung nach ihnen sei eine der größten in der britischen Geschichte.
Wenn die Terroristen geglaubt hätten, die britische Gesellschaft spalten zu können, hätten sie sich gründlich geirrt, sagte Blair. Für Donnerstag sind zwei landesweite Schweigeminuten geplant.
Insgesamt waren bei den Anschlägen 700 Menschen verletzt worden. Die Bergung etlicher Leichen unter dem Bahnhof King's Cross blieb schwierig: Hitze, Staub und Ungeziefer behinderten die Arbeiten.
Die Polizei erhofft sich von privaten Tatortbildern zusätzliche Hinweise auf die Attentäter. Drei Verdächtige, die am Flughafen Heathrow festgenommen wurden, hatten laut Polizei nichts mit den Anschlägen zu tun.
