LONDON - Nach einer historischen Niederlage der regierenden Labour-Partei bei Kommunalwahlen in England und Wales wurde am Freitagabend auch in der britischen Hauptstadt ein Sieg der oppositionellen Tories immer wahrscheinlicher. Die Fernsehsender Sky News und BBC sowie die Londoner Abendzeitung „Evening Standard“ berichteten, dass der Kandidat der Konservativen Partei, Boris Johnson (43), in der Mehrzahl der Wahlkreise uneinholbar vor Amtsinhaber Ken Livingstone (62) liege.
Sollte der Trend durch das Endergebnis bestätigt werden, würde dies den dramatischen Sieg der Konservativen über die sozialdemokratisch orientierte Labour-Partei von Premierminister Gordon Brown krönen. Brown hatte zuvor bereits die Niederlage von Labour eingestanden und erklärt, er werde die Ursachen studieren und Lehren für die Zukunft ziehen. Politische Beobachter gaben dem unpopulären Nachfolger von Tony Blair die Schuld an dem Debakel der Labour-Partei.
Die Niederlage der Labour-Partei war am Freitagnachmittag bereits mit der Bekanntgabe des Endergebnisses der Wahlen zu den Kommunalvertretungen in 159 Städten und Gemeinden von England und Wales besiegelt worden. Danach büßte Labour mehr als 330 Mandate ein, während die Tories mehr als 250 hinzugewannen.
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