• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Politik

Gift-Anschlag: „Genesung war schmerzhaft“

24.05.2018

London /Moskau Die vor fast drei Monaten vergiftete Julia Skripal will irgendwann in ihre Heimat Russland zurückkehren. Das sagte die 33-Jährige in einer am Mittwoch per Video von der Nachrichtenagentur Reuters verbreiteten Stellungnahme und fügte an: „Ich danke der russischen Botschaft für die Hilfe, die mir angeboten wurde. Zurzeit bin ich aber nicht bereit und willens, das in Anspruch zu nehmen.“ Sie und ihr Vater Sergej Skripal, ein ehemaliger russischer Doppelagent, waren am 4. März bewusstlos auf einer Parkbank im südenglischen Salisbury entdeckt worden.

„Wir sind so glücklich, dass wir beide diesen versuchten Anschlag überlebt haben“, sagte Skripal in der auf Russisch gehaltenen Stellungnahme. Nach vielen Tagen im Koma habe ein langsamer und extrem schmerzhafter Genesungsprozess eingesetzt. Den Kontakt zu Julia Skripal an einem geheimen Ort hatte laut Reuters die britische Polizei vermittelt. Fragen waren nicht zugelassen.

Die russische Botschaft in London bezweifelte in einer ersten Stellungnahme, dass die 33-Jährige die Videobotschaft freiwillig aufgezeichnet habe. Man fordere, mit Julia Skripal direkt zu sprechen, „um sicherzustellen, dass sie nicht gegen ihren Willen festgehalten wird und die Aussagen nicht unter Druck entstanden“ seien, hieß es.

Vater und Tochter Skripal wurden Untersuchungen zufolge mit einer geringen Menge des Nervengifts Nowitschok in flüssiger Form vergiftet. Spuren davon wurden an Orten entdeckt, die sie besucht hatten. Die höchste Konzentration stellten Experten an einer Türklinke am Wohnhaus des Ex-Spions fest. Julia Skripal wurde schon im April aus dem Krankenhaus entlassen – sie befindet sich britischen Behörden zufolge an einem sicheren Ort. Ihr Vater beendete Mitte Mai seinen Klinikaufenthalt. Auch sein Aufenthaltsort ist unbekannt.

Nowitschok war einst in der Sowjetunion produziert worden. Der Stoff war aber auch im Westen bekannt. London bezichtigt Moskau, hinter der Tat zu stecken. Der Kreml weist das zurück. Das Attentat löste eine schwere diplomatische Krise aus.

Skripal hatte früher für den russischen Militärgeheimdienst GRU gearbeitet und dem britischen MI6 Informationen weitergeleitet. 2004 flog er auf. Er wurde in Russland zu 13 Jahren Lagerhaft verurteilt. Bei einem Gefangenenaustausch kam er 2010 nach Großbritannien.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.