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NWZonline.de Nachrichten Politik

Personalie: Boris Johnson verliert Chefstrategen

14.11.2020

London Dominic Cummings (48), der wichtigste Berater des britischen Premierministers Boris Johnson (56), nimmt seinen Hut. Cummings, die graue Eminenz der Downing Street, ist einer der einflussreichsten Strippenzieher in der Regierungszentrale. Jetzt hat er einen erbitterten Machtkampf mit der Verlobten des Premierministers, Carrie Symonds (32), verloren und seinen Rücktritt angekündigt.

Noch vor Weihnachten, so meldete die BBC, wolle er die Regierung verlassen. Kurz zuvor hatte auch Johnsons Kommunikationschef Lee Cain seine Demission bekannt gegeben. Zur Freude der konservativen Regierungsfraktion und des Beamtenapparates wird damit die Ära der sogenannten „Brexit Boys“, die lange Zeit die Regierungspolitik dominiert hatten, enden.

Reizfigur in Politik

Dominic Cummings war stets eine hochumstrittene Figur in der britischen Politikszene. Zwar fungiert Cummings nur als Berater und wurde nie in ein Amt gewählt. Doch Boris Johnson hat ihn zu einem seiner engsten Mitarbeiter gemacht, der in der Downing Street den Beamtenapparat überwachen und die Regierungspolitik koordinieren soll. Cummings bekam das Büro gleich neben dem von Johnson, was seinen Status unterstrich: An ihm kommt keiner vorbei.

Der 48-Jährige hatte sich seine Sporen in der „Vote Leave“-Kampagne verdient, die im Referendum erfolgreich für den EU-Austritt stritt. Er erwies sich als genialer Wahlkämpfer mit machiavellianischen Zügen, der den Slogan „die Kontrolle zurückerlangen“ erfand und damit das Brexit-Referendum gewinnen konnte.

Für seine Kritiker ist Cummings der Verantwortliche, der mit falschen Behauptungen eine verlogene Kampagne fuhr. Für den Premierminister ist er vor allem der Mann, der ihm zwei Mal beim Siegen half: zuerst im EU-Referendum und dann bei den letzten Wahlen, die Boris Johnson mit einer Mehrheit von 80 Sitzen gewinnen konnte.

Johnsons Verlobte: Veto

Seine Verachtung für das Establishment hatte Cummings Feinde in allen Lagern eingebracht. Denn seine Arroganz ist legendär. Er profilierte sich als Kämpfer gegen die Eliten, der auf der Seite des kleinen Mannes steht, und zettelte einen Kulturkampf nach dem anderen an: gegen Institutionen wie die BBC, die ihm zu linksliberal schien, oder gegen vermeintlich verkrustete bürokratische Strukturen im Beamtenapparat. Doch als sich Cummings mit Carrie Symonds anlegte, war das eine Schlacht zu viel. Die Verlobte von Boris Johnson war früher selbst in der Politik aktiv als Kommunikationsdirektorin der Konservativen.

Anlass des Machtkampfes war wie so oft eine Personalie. Cummings wollte seinen Freund und Vertrauten Lee Cain auf den Posten des Stabschefs in der Downing Street hieven. Symonds legte ihr Veto ein, weil sie eine Machtübernahme der „Brexit Boys“ befürchtete. Cain gab daraufhin seinen Rücktritt bekannt.

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