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NWZonline.de Nachrichten Politik

Journalistin in Nordirland erschossen

20.04.2019

Londonderry Unruhen auf der Grünen Insel: Bei gewaltsamen Ausschreitungen ist in der nordirischen Stadt Londonderry eine Journalistin mit einem Kopfschuss getötet worden. Der Tod der 29-jährigen Lyra McKee im Wohngebiet Creggan am Stadtrand sei wohl ein „terroristischer Vorfall“, teilte die Polizei am Freitag mit. Die Polizei vermutet, dass hinter der Tat eine militante Republikaner-Gruppe namens „Neue IRA“ stecken könnte.

Auslöser für die Krawalle könnte der jährliche Protest an Ostern im Zusammenhang mit dem Nordirland-Konflikt gewesen sein. Die neuen Unruhen trugen sich zu einem Zeitpunkt zu, an dem irisch-katholische Nationalisten an den Aufstand gegen die Briten im Jahr 1916 erinnern.

Die britische Premierministerin Theresa May sprach von einer „schockierenden und wahrlich sinnlosen“ Tat. McKee habe ihre Arbeit mit großem Mut ausgeübt. Der irische Ministerpräsident Leo Varadkar teilte in Dublin mit: „Wir können nicht jenen erlauben, die Gewalt, Angst und Hass verbreiten, uns in die Vergangenheit zurückzuziehen.“ Die Chefin der nordirischen Partei DUP, Arlene Foster, nannte die Tat „sinnlos“.

In Nordirland sind paramilitärische Gruppierungen auch mehr als 20 Jahre nach dem friedensstiftenden Karfreitagsabkommen aktiv. Sie agieren wie ein Staat im Staat und finanzieren sich unter anderem durch Drogenhandel. Die bewaffneten Gruppen erhoffen sich von einem Wiederaufflammen des Konflikts neue Legitimation und Geld. Befürchtet wird, dass im Zuge des bevorstehenden Brexit die Gewalt zwischen dem britischen Nordirland und dem EU-Mitglied Irland bei Einführung von Grenzkontrollen wieder aufflammen könnte.

Im Bürgerkrieg starben etwa 3700 Menschen, 50 000 wurden verletzt, und 500 000 gelten in dem Landesteil als psychisch traumatisiert. In dem über Jahrzehnte währenden Konflikt standen katholische Nationalisten, die eine Vereinigung mit Irland anstreben, protestantischen Unionisten gegenüber, die weiter zu Großbritannien gehören wollen.

Traurige Berühmtheit erlangte Londonderry durch den sogenannten Blutsonntag. Britische Fallschirmjäger erschossen am 30. Januar 1972 („Bloody Sunday“) dort 13 katholische Demonstranten. Ein weiterer starb Monate später an seinen Verletzungen. Als Folge verschärfte sich der Konflikt zwischen Katholiken und Protestanten.

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