Stadland - Ein Landschaftsrahmenplan für die Wesermarsch, in dem die geplante Küstenautobahn nicht vorkommt? Das ist absurd, hat der Straßen- und Wegeausschuss des Rates jetzt mit Mehrheit entschieden. Deshalb soll die Kreisverwaltung die Trasse nachträglich einarbeiten.

Die CDU/Grüne-Gruppe hatte beantragt, die Autobahn aus dem Plan herauszulassen. „Die Gemeinde braucht schnelle Datenautobahnen und nicht die A 20“, argumentierte die Ratsfrau Elke Mathiszig (Grüne). Zudem stehe die geplante Autobahn der beabsichtigten Entwicklung des Tourismus entgegen.

SPD-Fraktionschef Siegmar Wollgam sprach sich klar dagegen aus, die Autobahn aus dem Plan herauszuhalten: „Die A 20 wird mehr Einfluss auf die Gemeinde haben als Gewerbegebiete.“ Dass die geplante Autobahn nicht im Landschaftsrahmenplan enthalten ist, liegt daran, dass nur rechtskräftige Vorhaben aufgenommen werden, erläuterte Robby Müller vom Bauamt.

Auch mit einem zweiten Antrag kam die CDU/Grüne-Gruppe nicht durch. CDU-Fraktionschef Günter Busch hatte sich dafür ausgesprochen, die im Plan vorgesehenen Pufferzonen um Seefeld, Schwei, Reitland und Kleinensiel aus dem Plan herauszustreichen. Dazu sagte Robby Müller, diese Zonen seien erforderlich, weil 3100 Hektar landwirtschaftlich genutzte Flächen als mögliche Landschaftsschutz- oder Naturschutzgebiete gelten. Sie reichen dicht an Seefeld, Reitland, Kleinensiel, Schwei und Norderschwei heran. Wegen Geräuschbelastungen aus Wohngebieten müssten die Pufferzonen eingerichtet werden.

Uneinig waren sich Mehrheit und Minderheit auch in Bezug auf Baugebiete. Günter Busch sagte, es gebe 50 freie Bauplätze in Rodenkirchen und 24 in Kleinensiel. Weitere Eigenheim-Wünsche müssten in den Dorfkernen verwirklicht werden und nicht an den Dorfrändern, weil das Landschaft verbrauche.

Dazu entgegnete Siegmar Wollgam, Ortskerne würden dadurch attraktiv, dass es lohnend erscheine, dort zu wohnen, und nicht, weil es keine Baugebiete gebe. Ohne Baugebiete bestehe die Gefahr, dass junge Bürger aus Stadland abwandern – beispielsweise nach Nordenham. Wörtlich sagte Wollgam: „Mangelndes Angebot führt nicht zu Attraktivität.“

Henning Bielefeld
Henning Bielefeld Redaktion Nordenham (Stv. Leitung), Redaktion Stadland