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Chef Bei Der Bundeswehr In Oldenburg Mann der schnellen Lösungen hört auf

Thorsten Kuchta

Oldenburg - Der Ort des Abschieds passte ins Bild: Das neue Wirtschaftsgebäude der Henning-von-Tresckow-Kaserne in Bümmerstede ist unbürokratisch in Rekordzeit gebaut worden und noch gar nicht offiziell übergeben. Dennoch trafen sich dort am Mittwoch 200 Gäste, um einen Mann zu feiern, der seit Jahren für pragmatische und effiziente Lösungen steht – und auch den Bau des Wirtschaftsgebäudes organisiert hat: Günter Post, Oberregierungsrat und seit 43 Jahren im Dienst, gibt zum Jahresende die Leitung des Bundeswehr-Dienstleistungszentrums Oldenburg ab und geht in den Ruhestand.

Kaserne umgebaut

Seit 2007 stand Post an der Spitze der Behörde an der Bremer Straße, deren rund 600 Mitarbeiter 8300 Soldatinnen und Soldaten sowie zivile Bedienstete der Bundeswehr an zehn Standorten in Norddeutschland als „Truppe hinter der Truppe“ betreuen – weit über Oldenburg hinaus. Die früheren Standortverwaltungen wurden in den Dienstleistungszentren verschmolzen, die sich aber auch um Gebäude und Liegenschaften sowie deren Betrieb kümmert.

Auch um die Vorbereitung der Henning-von-Tresckow-Kaserne für den Einzug des Stabs der 1. Panzerdivision Ende des Jahres. „Hier steht kein Gebäude, das sich in den vergangenen acht Monaten nicht verändert hat“, sagte Post.

Der Leiter des Vorauskommandos der Division und Standortälteste Oberst Axel Hermeling lobte Posts Behörde: „Eine so enge Zusammenarbeit habe ich in 32 Dienstjahren noch nicht erlebt.“ Ohne Posts Offenheit für unbürokratische Lösungen „würden wir hier Ende des Jahres nicht einziehen“, sagte er. Das gelte ausdrücklich auch für die Herausforderungen durch die zeitweilige Unterbringung von Flüchtlingen, betonte Hermeling.

Zuvor hatte Matthias Leckel, Präsident des Bundesamtes für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen, Posts Arbeit in den höchsten Tönen gelobt. Er habe die Herausforderungen zahlloser Organisationsreformen vorzüglich gemeistert und dabei ein außerordentlich verlässliches Team in Oldenburg geformt.

Das Amt in Osternburg habe in einer Umfrage unter Bundeswehrmitarbeitern bundesweit als Bestes abgeschnitten, sagte der Präsident der den Dienstleistungszentren übergeordneten Behörde. Auch er betonte die Rolle der Zentren für die Flüchtlingsunterbringung: Von der befristeten oder langfristigen Bereitstellung von Gebäuden bis hin zur Verpflegung. Das Verpflegungsamt der Bundeswehr – ebenfalls in Osternburg – liefere derzeit 15 000 Portionen täglich an 13 Standorte, berichtete er.

Immer offenes Ohr

Verteidigungsstaatssekretär a. D. Thomas Kossendey erinnerte daran, dass Post bei mehreren Großprojekten – etwa der Konversion in Diepholz und der Kooperation der Bundeswehrklinik mit der Klinik Westerstede sowie der Einrichtung einer Kita für die dort Beschäftigten – mit großer Energie und Bereitschaft an schnellen Lösungen gearbeitet habe. Bürgermeisterin Germaid Eilers-Dörfler lobte die Offenheit Posts und sagte: „Sie sorgen dafür, dass sich die Einheiten in Oldenburg wohlfühlen. Das ist eine wichtige Voraussetzung für die Integration in die Stadtgesellschaft.“ Personalratsvorsitzender Heiko Büsing lobte Post als „Chef, der stets Lösungen für Mitarbeiter sucht und ein offenes Ohr hat.“

Nachfolger ab Januar

Posts Nachfolger ab 2016 wird Regierungsdirektor Axel Zallmanzig (45), derzeit beim Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr in Bonn beschäftigt. Der Jurist hat mehrere Auslandseinsätze der Bundeswehr absolviert und arbeitete mit an der Organisation der Dienstleistungszentren. „Das“, sagte Präsident Leckel scherzhaft, „müssen Sie jetzt ausbaden“.

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