MANNHEIM - Das Wahlprogramm und die Steuerdebatte haben der Union keinen Aufwind verschafft. Die Zustimmung der Wahlberechtigten bröckelte gegenüber dem Vormonat ab, ergab das Politbarometer vom Freitag, das die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen für diese Zeitung und das ZDF ermittelt. Gleichzeitig nehmen die Bürger CDU/CSU die Versprechen nicht ab, die Mehrwertsteuer nicht zu erhöhen und Steuerentlastungen vorzunehmen.
Der SPD nützt das aber relativ wenig: In Sachen Steuern trauen die Befragten nämlich auch den Sozialdemokraten nicht.
Wäre am nächsten Sonntag Bundestagswahl, verlören CDU/CSU einen Punkt und kämen auf 36 Prozent. Die SPD erreichte unverändert 25 Prozent, FDP und Grüne ebenfalls unverändert 13 beziehungsweise 11 Prozent. Die Linke legte um einen Punkt auf 9 Prozent zu, sonstige Parteien bekämen zusammen unverändert 6 Prozent.
Die CDU-Vorsitzende und Bundeskanzlerin Angela Merkel bleibt gleichwohl die angesehenste Politikerin. Die Begeisterung für Bundeswirtschaftsminister Karl- Theodor zu Guttenberg (CSU) hat leicht nachgelassen. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) belegt den dritten Rang.
72 Prozent der Befragten glauben nicht, dass die Kanzlerin ihr Versprechen zur Mehrwertsteuer nach der Bundestagswahl am 27. September halten wird. Nur 25 Prozent verlassen sich darauf. Die Skeptiker überwogen mit 59 Prozent auch bei Unionsanhängern.
Steuererhöhungen erwarten dagegen 68 Prozent – gleichgültig, ob nach der Wahl CDU/CSU regiert oder die SPD. 24 Prozent erwarten keine Erhöhung. „Weiß nicht“, sagen 8 Prozent.
Die Befragten glauben insgesamt nicht an Steuererleichterungen: 88 Prozent meinen, dass es diese nach der Wahl nicht geben wird, nur 10 Prozent gehen vom Gegenteil aus. Keine Angabe machten 2 Prozent. Allerdings sprechen sich 63 Prozent der Befragten dafür aus, dass es trotz der Wirtschaftskrise Steuerentlastungen für Arbeitnehmer geben sollte.
