Bad Zwischenahn - Im Sommer hatte die Algenblüte auf dem Zwischenahner Meer viele Menschen beschäftigt. Und auch zur Informationsveranstaltung der Bürgerinitiative zu diesem Thema waren in der Vorwoche rund 90 Interessierte gekommen (die NWZ berichtete). Auf seiner jüngsten Sitzung hat sich auch der Ausschuss für Planung, Energie und Umwelt ein weiteres Mal mit dem Thema beschäftigt.
Und dabei kam Jan Hobbiebrunken vom Amt für Umwelt und Wasserwirtschaft beim Landkreis Ammerland zu einem ziemlich deutlichen Ergebnis: „Man kann das Meer nicht sanieren.“ Zwar sollten flankierende Maßnahmen, die für eine Gewässerentwicklung sinnvoll seien, im Einzugsgebiet umgesetzt werden, so ein weiteres Fazit. „Selbst nach Durchführung aller denkbaren Sanierungsmaßnahmen im Einzugsgebiet einschließlich einer Extensivierung der Bodennutzung werde das Zwischenahner Meer ein hocheutropher, hochproduktiver See bleiben“, zitierte Hobbiebrunken aus einer Studie des Landesamtes für Wasserwirtschaft aus dem Jahr 1981.
Die Phosphatwerte lägen im Zwischenahner Meer bis zu 25-fach über denen, die als „eutrophiegefährdend“ gelten (eutroph: nährstoffreich). Mit Gesamt-Phosphor-Belastungen von 0,15 und 0,6 mg/l in den vergangenen dreieinhalb Jahren sei das Meer sogar ein polytrophes (sehr nährstoffreiches) Gewässer. Die unvermeidbare Mindestbelastung an Gesamt-Phosphor betrage 0,13 mg/l. Allein aus dem Sediment würden sich während der Sommermonate bis zu 2500 Kilogramm Phosphor lösen. „Selbst wenn wir Verbesserungen erzielen, werden wir das Algenproblem nicht lösen“, betonte Hobbiebrunken. Hilke Hinrichs, Leiterin des Amtes für Umwelt und Wasserwirtschaft, hob hervor, dass man nicht suggerieren dürfe, etwa durch mehr Schilf das Algenproblem lösen zu können. Ein Baustein zur Verbesserung der Wasserqualität wäre das allerdings. Die müsse von der Algenblüte allerdings unterschieden werden.
Sinnvoll, so Hobbiebrunken, sei ein Entwicklungskonzept für die Zuflüsse. Allerdings würden etwa an der Halfsteder Bäke rund 30 bis 40 Hektar Fläche benötigt, um den Phosphateintrag um zehn Prozent zu senken.
Auch die Gemeinde habe an einem nachhaltigen Gewässerentwicklungskonzept großes Interesse, so Andreas Gronde, Leiter des Planungs- und Umweltamts. Allerdings sei die Gemeinde nicht in der Zuständigkeit – für das Zwischenahner Meer sei dieses das Land, für die Zuflüsse die Ammerländer Wasseracht.
