Der neue Präsident des türkischen Nordteils Zyperns gilt als weniger charismatisch als sein Vorgänger. Mit seiner ruhigen, bäuerlich wirkenden Art brauchte Mehmet Ali Talat eine Weile, um sich aus dem Schatten des gewitzten „Hardliners“ Rauf Denktasch (81) hervorzuarbeiten. Jetzt ruhen auf dem 52-Jährigen die Hoffnungen der türkischen Zyprer bei der Suche nach einem Ausweg aus der Isolation. Dass Talat einst ein feuriger Jungsozialist war, merkt man ihm heute nicht mehr an. Noch als Ministerpräsident, zu dem er Anfang 2003 ernannt wurde, mochte Talat die gewohnte häusliche Umgebung in seiner Geburtsstadt Girne (Kyrenia) nicht mit der Dienstwohnung in Nikosia tauschen. Diesmal kommt der eher in aller Ruhe dozierende Talat um den Umzug in den Präsidentenpalast im türkischen Norden der geteilten Hauptstadt Nikosia nicht herum. Denktasch hat die Koffer bereits gepackt.
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