Bockhorn - Mit einer großen Mehrheit von 14 zu fünf Stimmen bei zwei Enthaltungen hat sich der Rat der Gemeinde Bockhorn dagegen ausgesprochen, eine neue Potenzialstudie zur Windkraft in Bockhorn in Auftrag zu geben. Bei der Sitzung des Gemeinderates am Donnerstagabend im Rathaus stand das Thema auf der Tagesordnung, weil das Unternehmen UKA Nord gern vier bis sechs Windkraftanlagen in Grabstederfeld errichten würden. Dafür müssten aber erst alle Flächen des Gemeindegebietes auf ihre Eignung für Windkraft geprüft werden. Das wollen die Politiker nicht. Rund 50 Bürger, darunter auch potenzielle Mit-Investoren in neue Anlagen, waren zur Sitzung gekommen, um die Debatte zu verfolgen.

Die CDU stimmte mit Ausnahme von Thorsten Krettek dafür, das Thema Windkraft in der Gemeinde wieder aufzugreifen, es mit möglichst großer Bürgerbeteiligung neu zu beurteilen und weitere Anlagen in Betracht zu ziehen. Insgesamt generiere die Gemeinde Einnahmen in Höhe von etwa 400 000 Euro im Jahr aus Windenergie. Das sollte bei einer finanzschwachen Gemeinde wie Bockhorn in Betracht gezogen werden, sagte Hauke Ahlhorn von der CDU. Thorsten Krettek dagegen fragte angesichts der Baustelle in Ellenserdammersiel und der anstehenden Baumaßnahmen für die Stromleitungen der Tennet: „Was wollen wir den Bürgern noch zumuten?“ Er stimmte gegen eine neue Potenzialstudie.

Auch alle anderen Fraktionen sprachen sich gegen eine neue Potenzialstudie aus. Rolf Scherer (parteilos) sagte: „Wir sollten uns fragen, ob wir noch Herr des Geschehens sind, wenn die Potenzialstudie erstmal da ist und weitere Flächen für Windenergie ausgewiesen sind.“ Horst Hoffschnieder (SPD) fragte: „Wir würden Einnahmen generieren, aber wollen wir die Einnahmen gegen die Gesundheit unserer Bürger aufwiegen?“ Christa Hoppenheit von der UWG machte deutlich, dass die Bürger im Bockhorner Süden mit dem Bau der Stromleitungen genug belastet seien. Harald Duttke von der FDP betonte, die Gemeinde habe ihr Soll in Sachen Windenergie erfüllt.

Das Vorgehen der Verwaltung, die Entscheidung über eine neue Potenzialstudie im Rat zu behandeln, ohne vorher in einer öffentlichen Ausschusssitzung Bürger und Investoren an der Diskussion teilhaben zu lassen, kritisierte Heiko Haschen (CDU). „Das ist nicht fair den Bürgern und Investoren gegenüber. Richtig wäre eine öffentliche Bauausschusssitzung gewesen, in der sich alle ein Meinungsbild einholen können“, sagte er.

Sandra Binkenstein
Sandra Binkenstein Kanalmanagement